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Sensible Illustrationen von Designerin des Monats MYINKI

Sensible Illustrationen von Designerin des Monats MYINKI

Unsere Designerin des Monats ist die französische Vertriebsassistentin und Illustratorin Mélanie. Im Interview erzählt MYINKI uns, wie sie ihre Gefühle in Designs verwandelt.

Mélanies Mutter brachte sie schon früh zum Malen. Alles Können hat sich die schlaue und ein bisschen melancholische Französin selbst beigebracht. Irgendwann wechselte sie vom Bleistift zum Pinsel und fand in den Farben und Formen einen neuen Ausdruck. Die Malerei ist MYINKIs Tagebuch, eine passende Art, ihre Erfahrungen zu verarbeiten.

Name: Mélanie

Alter: 26

Lebt in: Montélimar, Frankreich

Beruf: Verkaufs- und Marketingassistentin, Illustratorin

Software: Adobe Illustrator

Hardware: Computer, Papier, Wasserfarben, Filz

Bei Spreadshirt seit: Ende 2018

Vielen Dank, dass Du uns ein paar Fragen beantwortest, Mélanie! Du verkaufst Deine Illustrationen bei Spreadshirt unter dem Namen MYINKI und wir dachten natürlich gleich an ‚Ink‘ – Tinte. Verwendest Du Tinte beim Zeichnen?

Ich wollte bei Spreadshirt hochwertige Illustrationen anbieten, die einen professionellen Eindruck machen. Ein paar davon habe ich gleich in Illustrator gebaut, andere habe ich zunächst gezeichnet und anschließend am Computer überarbeitet. Zu Beginn war ich mir gar nicht so sicher, ob sich meine Illustrationen mit Wasserfarben oder Bleistift gut in T‑Shirt-Designs übersetzen lassen.

Illustrator beherrscht man nicht so leicht, aber ich habe mich glaube ich ganz gut durchgefuchst, auch wenn ich längst nicht alle Tricks kenne. In Zukunft will ich aufs Grafiktablett umsteigen und die Qualität meiner Designs weiter verbessern. Außerhalb von Spreadshirt gestalte ich alles auf Papier mit Farbe und Filzstift. Ich liebe starke Schwarzweiß-Kontraste. Die Themen meiner Illustrationen sind nicht unbedingt traurig, bei mir geht es aber immer um Emotionen. Der Name Inki drückt aus, was Malerei ist: eine Kunstform.

Wann hast Du eigentlich mit dem Malen angefangen?

Ich male seit ich 13 Jahre alt bin. Filzstifte oder Illustrator verwende ich erst, seit ich Eure Seite entdeckt habe. Ich möchte damit nicht unbedingt berühmt werden, sondern freue mich einfach, meine Kunst und meinen künstlerischen Ausdruck zeigen zu können. Ich wollte aus der Masse herausstechen und Designs für Leute gestalten, die etwas orginelles suchen.

Das ist Dir in jedem Fall gelungen! Welche Schritte gehst Du eigentlich bei der Gestaltung eines Designs?

Es gibt für mich keine Schritte, die man in technischer oder formaler Hinsicht abarbeiten muss. Ich denke, ich fühle, ich tue etwas und (er)schaffe etwas. Ich erkläre das mal an einem Beispiel: Wenn mich ein Gefühl überkommt, frage ich mich, warum ich mich gerade so fühle und wie ich diese Emotion porträtieren kann. Meine Designs folgen immer meinem Gefühl. Dabei vermeide ich Egozentrik, indem ich nie mich selbst zeichne. Das Zeichnen gibt mir Energie. Meine Gefühle führen zu Ideen und Designs wie zum Beispiel Turbulence. Viele Gesichter, viele Emotionen – das Bild ist ein bisschen schizophren. Andere Designs, wie die Geisha, sind eher thematisch inspiriert. Bei Mine geht es beispielsweise um Weiblichkeit, Liebe und Hass. Ich verarbeite reale und fiktionale Gefühle, universelle und spirituelle Themen.

Beim Blick in Deinen Showroom ist uns aufgefallen, dass keins Deiner Designs Männer zeigt. Ist das ein feministisches Statement, findest Du Männer nicht inspirierend oder ist das gar eine bewusste Marketingstrategie?

Das ist eine gute Frage! Bin ich wütend auf das männliche Geschlecht? Ich glaube nicht. Meine erste große Liebe habe ich aus unendlich vielen Perspektiven gezeichnet – vielleicht war mein Herz danach so gebrochen, dass ich deshalb kaum noch Männer gezeichnet habe.

Im Grunde ziehe ich die weibliche Finesse der männlichen vor und das hat erstmal nichts mit Feminismus zu tun. Mit Stift und Papier male ich sehr gerne Augen und das sind dann meist männliche Augen. Bei den Zeichnungen, die ich für meinen Showroom mache, bringe ich eigene Emotionen zum Ausdruck und da ist es naheliegend, Frauen zu zeichnen. Dahinter steht auch keine Marketingstrategie. Es gibt sicher auch Männer, die meinen Designs etwas abgewinnen können. Jeder findet eben das schön, was er oder sie schön findet.

Macht Sinn. Heißt das, dass Du Dir Deine Charaktere selbst ausdenkst?

Früher habe ich vor allem Freunde, meine Familie oder Geliebte gezeichnet und auch heute noch inspirieren mich reale Gesichter. Ich drücke die Emotionen in meinen Porträts mithilfe unterschiedlicher Gesichter aus: mit dem Mund einer Frau und der Nase einer anderen. Wenn es andererseits um eine bestimmte Idee geht, wie beim Animal Design, dann kreiere ich eine Frau, die zu dieser Idee passt.

Deine Arbeit ist vom Manga beeinflusst und hat etwas Asiatisches. Woher kommt Deine Inspiration?

Das ist witzig, meine Mutter sagt mir manchmal, dass ich aussehe, wie ein Manga Charakter, wobei ich nicht glaube, dass das einen großen Einfluss auf meine Arbeit hat (auch wenn ich asiatisches Essen liebe). Die asiatische Kultur hat etwas Friedliches an sich und man findet darin sehr starke Symbole für Weiblichkeit, Weisheit und Ausdauer. Ich liebe Blumen und bin selbst tätowiert. Anders als meine Schwarzweiß-Designs, male ich diese Blumen in vielen Farben und denke, dass der japanische Einfluss hier mehr rauskommt. Ansonsten mache ich einfach das, was mir gefällt. Ich mag Muster, Minimalismus.

Das Leben und andere Künstler inspirieren mich zwar, ich beobachte aber sehr gerne meine Umwelt. Von daher sind Menschen meine größte Inspiration. Menschen, die denken, lächeln, weinen, lachen, Menschen, die lieben und jene, die Schmerzen haben. Meine Erfahrungen sind ebenfalls eine wichtige Inspirationsquelle. Boris Cyrulnik würde sagen: „Der Blick des anderen ist nicht neutral. Es ist eine Wahrnehmung, die eine emotionale Alarmbereitschaft, ein Gefühl der Einladung oder aber des Eindringens, hervorruft.“

Wo wir bei Zitaten sind – in Deinem Showroom stellst Du Dich als „junge Kunstliebhaberin mit charismatischem Stil“ vor. Was ist ein charismatischer Stil?

Das klingt im ersten Augenblick vielleicht etwas arrogant, ich meine damit aber die Fähigkeit, Menschen mit Kunst zum Träumen zu bringen und zu überraschen. Ich würde sagen, dass ich charismatisch bin, weil ich ein spirituelles Bewusstsein habe, weil ich reif bin, kreativ und empathisch – was mich zu einer sehr sensiblen Person macht.

Das spürt man bei Deinen Designs. Wenn Du Dir eins aussuchen könntest, welches wäre das?

Ich mag zwei meiner Designs besonders gerne: Die Geisha, weil sie die Schönheit einer Frau, die die Schönheit ignoriert, darstellt, einer Frau, die versucht aus einem „emotionalen Bordell“ Sinn zu machen. Das andere Bild ist Breath. Ich hatte ein paar Jahre lang eine Apnoe, als es mir sehr schlecht ging. Das Bild ist eine Nachricht der Hoffnung, ein Ruf nach dem Leben.

Zeit für Deine letzte Frage: Was sind Deine Zukunftspläne?

Es wäre sehr schön, wenn meine Designs mehr Sichtbarkeit bekommen. Natürlich will ich Designs machen, die den Leuten gefallen. Ich plane auch buntere Designs.

Insgesamt orientiere mich gerade neu. Ich liebe es, zu kochen und einen schönen Teller anzurichten. Ich finde, das hat auch viel mit Kunst zu tun, in Bezug auf den Geschmack als auch in der Wahl des Tellers und im Arrangement der Speisen auf dem Teller. Wenn ich irgendwann eine Restaurant-trifft-Galerie Location habe, wird ein lange gehegter Traum wahr. Das wäre so cool: Ein Ausstellungsraum, der verschiedene Künstler zeigt und die Besucher gleichzeitig mit origineller Küche verwöhnt.

Wir sind schon gespannt auf die Früchte Deiner künstlerischen Arbeit und danken Dir für Deine tiefsinnigen und ehrlichen Antworten! Wir wünschen Dir alles Gute.

Du findest MYINKI bei Instagram und natürlich in ihrem Showroom.

 

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr beeindruckend, die künstlerischen Werke von Melanie! Gefallen mir persönlich sehr gut. Da steckt noch Handarbeit drin – das ist umso lobenswerter. Selbst wenn die Designs dann digital bearbeitet sind. Besonders gefällt mir ihr Stil und ihre eigenen Ideen.

    Vielleicht werden aus den bislang vorwiegend Schwarzweiß-Designs, auch mal welche in dezenten oder kräftigen Farbkontrasten?
    Nun fehlt nur noch ein eigener Spreadshop, dann wären die Verkaufsplattformen komplett (bei Spreadshirt).

    Weiterhin viel Erfolg mit den zauberhaften (feministischen) Designs 🙂

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