Hallo Hanami, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Dein Pseudonym Hanami (der Name für das japanische Kirschblütenfest) ist sicherlich nicht zufällig gewählt. Wie lässt Du die japanische Tradition in Deine Designs einfließen? Was bedeuten das Land und seine Traditionen für Dich?
Das Beeindruckendste am Kirschblütenfest sind für mich die Farben. Ich habe eine große Vorliebe für Rosa und arbeite auch in meinen Designs hauptsächlich in Pastelltönen. Dies sieht man zum Beispiel an meinen Collagen Sushi und Monster Sweets. Ich liebe japanische Traditionen und vor allem auch die japanische Küche – was man auch relativ schnell an Motiven wie Sushi Love oder Dango sieht. Es ist ein großer Traum von mir, einmal selbst dorthin zu reisen und die Kultur persönlich kennenzulernen.
In meiner Kindheit habe ich Mangas und Animes wie Sailor Moon oder Cardcaptor Sakura verschlungen. Ich finde vor allem den ausgefallenen und poppigen Style der Kleidung und der Accessoires spannend, genauso wie die Frisuren in Asien. Hier kommt man nur sehr schwer an Kleidung im knalligen, niedlichen japanischen Stil, das fand ich schon immer schade. Daher macht es mir viel Spaß, dies in meinen eigenen Designs umzusetzen.
Damit sprichst Du eine andere japanische Vorliebe von Dir an: Kawaii, die Betonung des Niedlichen und Kindlichen. Wie kamst Du dazu, Dich für diese Stilrichtung zu entscheiden? Was fasziniert Dich daran?
Diese Designs machen mir am meisten Spaß, weil sie etwas so Leichtes und Unbeschwertes an sich haben. Es macht einfach Freude sich mit vielen Farben und kleinen Details auszutoben. Sie bieten für mich eine schöne Abwechslung zu meinen anderen Illustrationen. Frei nach dem Prinzip: Alles kann Kawaii sein!
Hast Du eine besondere Beziehung zu dem Kind in Dir? Könnte unsere Kultur mehr Spiel, Spaß und Kindlichkeit vertragen?
Dazu habe ich vor kurzem eine sehr passende Studie gelesen: Erwachsene lachen am Tag im Durchschnitt 15 bis 20 Mal – ein Kind etwa 400 Mal. Ist das nicht schade? Ich denke wir haben mehr Spaß am Leben, wenn wir an manchen kindlichen Eigenschaften festhalten. Zum Beispiel sind Kinder neugierig und unbefangen, sie leben im Hier und Jetzt ohne permanent über die Vergangenheit oder Zukunft nachzugrübeln. Mein inneres Kind geht manchmal vielleicht etwas zu weit und dann lande ich plötzlich als 24-Jährige in einem Kino voller Kinder, weil ich unbedingt den neuesten Disney Animationsfilm sehen muss.
Hauptberuflich arbeitest Du als Mediengestalterin, möchtest Dich aber in Richtung Freelancer‑Illustratorin orientieren. Was reizt Dich daran?
Die Illustration macht mir einfach sehr viel Spaß, aber mein Job natürlich auch. Ich freue mich auf jeden Fall immer den ganzen Tag darauf, mich abends hinzusetzen, einen Pinsel in die Hand zu nehmen und loszulegen. Daher denke ich mir oft wie toll es wäre, allein davon leben zu können. Heute hat man dank Plattformen wie Spreadshirt oder auch DaWanda, Etsy und YouTube so viele Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen und dabei auch Geld zu verdienen. Wieder vermehrt analog zu arbeiten reizt mich auch. Also einfach einen Stift und Papier zu nehmen und loszulegen oder in mein Skizzenbuch zu kritzeln. Als Mediengestalter geht einem das oft verloren, da man doch einen großen Teil der Zeit am Rechner verbringt. Es wäre natürlich toll, wenn ich irgendwann auch meine analogen Originalarbeiten verkaufen könnte.
In Deinem Instagram-Profil zeigst Du viele Rohzeichnungen auf Papier, in Deinem Blog schreibst Du von Deiner Vorliebe für den Apple Pencil. Welche Rolle spielt bei Dir das Zusammenspiel aus analoger und digitaler Malerei? Wie setzt Du moderne Werkzeuge ein?
Da ich in meinem Beruf sehr viel mit digitalen Mitteln zu tun habe, macht es mir natürlich umso mehr Spaß, in der Illustration analog zu arbeiten. Allerdings ist es eher mühsam, diese Bilder anschließend so nachzubearbeiten, dass sie auf einem T-Shirt oder ähnlichem gut aussehen. Daher muss ich, wenn ich die Arbeiten hinterher z.B. bei Spreadshirt hochladen möchte, auf digitale Mittel zurückgreifen.
Der Apple Pencil kommt schon nah an eine Kombination aus beidem heran, daher arbeite ich seit circa einem halben Jahr kaum noch am Rechner für digitale Arbeiten. Es gibt auch eine super App, die es mir erlaubt, das iPad als zweiten Monitor zu nutzen. Somit habe ich mit dem Apple Pencil vollen Zugriff auf Photoshop und Illustrator. Das ist wirklich genial und schon fast wie das Zeichnen auf Papier.
Welches Bild hast Du im Kopf, wenn Du Dir Deine Kunden vorstellst? Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu ihnen über soziale Netzwerke?
Der Kontakt über soziale Netzwerke ist mir sehr wichtig. In meinem Blog kann ich meine Erfahrungen teilen und über Dinge schreiben, die anderen vielleicht weiterhelfen oder auch nützliche Tipps geben. Der Austausch von Erfahrungen z.B. auf Facebook und Instagram ist in dieser Branche, denke ich, besonders wichtig.
Ich selbst liebe es, Instagram und YouTube zu durchstöbern und mir die Arbeiten und nützliche Videos anderer Künstler anzuschauen – Davon kann man viel lernen.
Wie hast Du zu Spreadshirt gefunden und was gefällt Dir hier besonders gut?
Ich habe vor zwei Jahren bei Spreadshirt ein paar Sachen als Geschenk bestellt und dabei entdeckt, dass man eigene Designs nicht nur drucken, sondern auch zum Verkauf anbieten kann. Ich fand dieses Konzept genial! Man hat keine Vorabkosten, muss sich nicht um die Produktion kümmern und die Druckqualität ist klasse. Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich über meinen ersten Verkauf gefreut habe!
Welche Tipps und Tricks hast Du für Designer parat, die sich gerne am Kawaii-Stil probieren möchten?
Das Wichtigste ist das Gesicht: Die Größe und die Abstände zwischen Augen, Nase und Mund spielen eine große Rolle und können den ganzen Ausdruck verändern. So sieht es zum Beispiel meistens eigenartig aus, wenn die Augen zu dicht beieinander sind. Manchmal ist es vielleicht auch hilfreich eine Sache mehrfach zu zeichnen und mit verschiedenen Gesichtsausdrücken oder hellen Farben und Pastelltönen zu experimentieren.
Vielen lieben Dank für dieses tolle Interview und viel Erfolg mit Deinem Shop in der Zukunft!
Hat Dir dieses Interview mit Hanami gefallen? Hast Du auch schon Erfahrungen mit Kawaii oder ähnlichen Stilen gemacht? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar.
















