Menü

Markenmerker (7) das Persönlichkeitsrecht und Assange

Es taucht immer wieder hie und da ein Motiv auf unserer Platform auf, auf welchem eine Person abgebildet ist – manchmal sind es Fotos, wesentlich öfter aber auch Grafiken. Leider sind wir in der Regel gezwungen, diese Motive abzulehnen und merken an den Reaktionen, dass unseren Partnern nicht gänzlich klar ist, warum wir das eigentlich tun.
 
Da das Thema recht vielschichtig ist, werde ich versuchen, es anhand von zwei Beispielen zu erläutern – eines davon der Klassiker: Mann lädt Bild von seiner Liebsten hoch und eines aus aktuellem Anlass: Julian Assange (richtig, das wurde bereits von uns besprochen).
Fangen wir mit dem letzteren an:
 

Der Aktivist

Den meisten mag die interessante Geschichte um Julian Assange, die sich gegen Ende des letzten Jahres entsponnen hat, aufgefallen sein. Natürlich sind auch wir dabei nicht unbeteiligt geblieben, denn so mancher User oder Partner zeigte den dringenden Willen, ihn durch den verstärkten Upload von Motiven zu unterstützen.

Das finden wir löblich, erstens weil wir aktive Menschen, die ihre Meinung vertreten, sehr gern haben und zweitens, weil es zeigt, dass unsere Partner auf aktuelle Ereignisse schnell und kreativ reagieren. Leider mussten wir manche Partner in ihrer Kreativität bremsen, denn es gibt natürlich Einschränkungen für derartige Motive. Laut deutschem Recht, das wir aufgrund unseres Standorts beachten müssen, dürfen die Abbildungen von Personen (einzeln) nur dann veröffentlicht und verkauft werden, wenn der oder die jeweils Abgebildete dafür eine Einverständniserklärung abgibt. Das gilt auch für Menschen, die als zeitgeschichtlich relevant gelten.

Nicht relevant in dieser Situation ist die gern zitierte Kunstfreiheit – diese regelt zwar eine Veröffentlichung, eine kommerzielle Weiterverbreitung hat allerdings mit Kunst nicht mehr viel zu tun. Denn es handelt sich nicht um eine Veröffentlichung zu Informationszwecken oder darum, den Menschen die Kunst näher zu bringen, wie beispielsweise bei Zeitungen oder Ausstellungen, sondern um die rein kommerziell ausgerichtete Ausbeutung – äh Nutzung dieser Person, bzw. der jeweiligen Abbildung.

Das Herzblatt

Wenn jemand seine Liebste sehr gern hat und sie demzufolge auch ziemlich schön findet, dann möchte derjenige in einigen Fällen diese Schönheit der Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Das können wir gut verstehen. Allerdings müssen wir natürlich nachhaken, wenn John Doe ein Foto von Jane lädt – um sicherstellen zu können, dass Jane das auch möchte. Sobald wir diese Einverständniserklärung haben, darf John von uns aus gern jedes Foto oder Motiv veröffentlichen und verkaufen.

Aber – natürlich gibt es ein aber – dieses Einverständnis gilt nicht unbegrenzt. Ist die Liebe vorüber, so versucht Mancher seinen Schmerz und seine Wut mit eher unschönen Motiven auszudrücken. Janes Persönlichkeitsrecht schützt sie aber auch vor diffamierenden Motiven. Da kaum davon auszugehen ist, dass sie einer derartigen Verwendung zugestimmt hat, müssen wir diese Motive ablehnen. Zu Ihrem Schutz.

Noch ein paar allgemeine Dinge (small reminder)

Wir sind ein kommerzielles Produktionsunternehmen. Auch wenn wir selbst und ihr als Partner und User natürlich wisst, dass in uns viel mehr steckt als bloßes Stoffbedrucken, so müssen wir dennoch bei unserer Arbeit darauf achten, dass die Spielregeln für die kommerzielle Nutzung eingehalten werden.

Dies gilt nicht nur für die Verwendung von Motiven im Shop oder auf dem Marktplatz, sondern auch für Einzelbestellungen: die Motive aus den Bestellungen werden uns zur Verfügung gestellt, damit wir sie nutzen. Da dies unsere Geschäftsgrundlage ist, werden die Motive innerhalb des Produktionsprozesses quasi kommerziell genutzt und es müssen die gleichen Regeln wie für eine Shop-/Marktplatznutzung angewendet werden.

Nachwort

Im Falle Julian Assanges wiederum ist es natürlich sehr schade, dass es euch nicht möglich war, die Motive online zu stellen, um dann mit dem damit verdienten Geld Wikileaks und den Mann selbst finanziell zu unterstützen. Allerdings ist das jetzt nicht mehr ganz so dramatisch, denn es hat jeder, der das möchte, die Möglichkeit, das Netzwerk direkt zu unterstützen: hier ist der offizielle Wikileaks Shop.

Demzufolge und auf den ausdrücklichen Wunsch von Wikileaks müssen wir die Motive der anderen User deaktivieren, auch wenn sie uns versicherten, autorisiert zu sein. Offensichtlich wusste bei Wikikleaks bisher niemand etwas davon. Aktuell bemühen wir uns darum, dass Wikileaks Motive auch auf dem Marktplatz verfügbar sein werden.

Teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar