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Wikileaks: Unsere Sicht der Dinge und ein Vorschlag

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, sagt man. In den letzten Tagen frug ich mich allerdings: wen schützt Unwissenheit vor welcher Strafe nicht? Ich hab zwar schon mehrfach darauf reagiert, aber hier ein paar Infos, da es immer noch Leute ganz hinten bei Twitter gibt, die ggf. nicht mitbekommen haben was an diesem Tweet verkehrt ist:
[blackbirdpie url=”https://www.twitter.com/martinderm/status/11794839557373952″]

Ich meine nicht so sehr, wie man uns in einem Satz Zensur vorwerfen kann und gleichzeitig, dass wir sogar Hitler drucken (in den USA), sondern die Frage: Warum gibt es derzeit keine Assange T-Shirts bei Spreadshirt und: muss ich Spreadshirt nun auch boykottieren?
Für eure Urteilsfindung ein paar Hintergründe:

    – T-Shirts sind — juristisch gesehen — keine Medien, sondern Produkte und unterliegen Warenklasse 25. Den Unterschied habe ich schonmal anhand eines Bonbonpapiers verdeutlicht.
    – Fotos — auch stilisierte Fotos — unterliegen dem Urheberrecht des Fotografen, sowie dem Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Person.
    – Vor dem Gericht macht es keinen Unterschied, ob ihr da Julian Assange oder Bastian Schweinsteiger oder Hans Schmidt draufdruckt: Jeder, der T-Shirts anbietet, handelt in den Augen von Justizia “aus kommerziellem Interesse“, sprich will Geld verdienen.
    – Und auch wir können nicht immer nachvollziehen, wer jetzt genau wikileaks unterstützt/unterstützen will, und wer einfach auf einen fahrenden Zug aufspringt.

Das bedeutet: Solltet ihr nicht Julian Assange sein oder eine Genehmigung von wikileaks haben, sperren wir u.U. Motive, um euch und uns vor hohen Bußgeldern zu schützen.

Nach wie vor gilt unsere Empfehlung für diesen oder ähnliche Fälle: Ihr könnt euch selbst eine Genehmigung einholen — eine kurze Mail an den Rechteinhaber und anschließend an uns genügt. Da Assange mittlerweile wieder “greifbar ist”, hab ich das in diesem Fall gemacht und seine Anwälte angeschrieben. Eine Antwort steht aber noch aus. Und solange wird es bei uns leider auch keine T-Shirts mit Assange Konterfei geben.
Aber: natürlich stehen wir in den Startlöchern und meinen, dass das Thema unbedingt auch auf T-Shirts gehört. Daher hier eine Alternative, bis wir die Antwort haben: wenn ihr unbedingt ein Gesicht drauf machen wollt, halte ich hiermit gerne meinen Kopf dafür hin und gebe mich ausdrücklich frei zum Umgestalten.

Ich bin mir sicher, euch fallen darüber hinaus noch mehr gute und saubere Motive ein. Haut rein!

Update! Jetzt gibt’s die Möglichkeit Wikileaks direkt zu unterstützen mit offiziellen Designs und T-Shirts. Hier ist der offizielle Wikileaks Shop.

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9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wenn ihr mögt, nutzt das Motiv ruhig. Weiß zwar nicht, ob das Sanduhr-Logo von euch einfach so verwendet werden darf, bei euren Kollegen in den USA scheint das jedenfalls möglich zu sein.

  2. hi andré,

    abgesehen davon dass wir als unternehmen durchaus geschäftliche interessen verfolgen 😉 ist uns zum einen der “plattform gedanke” wichtig — sprich dass *wir* möglichst nicht zensieren und den grau bereich so klein wie möglich halten.

    jedes motiv kann genauso gut (und hier wahrscheinlich häufiger) mit “anti” aussage versehen werden — man denke nur an den absurden fall, in dem ein hakenkreuz aus dem “nazis in die tonne treten” motiv als verfassungsfeindlich deklariert wurde. schau dir mal die motive unter o.g. link an und du weisst was ich meine.

    desweiteren geht es um die “lokale kultur” in den USA — im angloamerikanischen raum gelten andere gesetze und andere ansichten. stichwort mothercountry of freedom of speech (dagegen eher sensibel mit “nude content”). da wir uns als internationale firma verstehen, beachten wir das auch.

    abgesehen davon: verdächtige (oder eindeutige) motive, die uns “durch die lappen” gegangen sind, können natürlich gerne gemeldet werden. diese werden von unserem ethikrat behandelt, und im einzelfall sperren wir die auch.

  3. Okay, klingt sinnig.
    Eine andere Frage ist aber, warum ihr es nötig habt, die Nazi-/ Hitlerthemen außerhalb Deutschlands zu produzieren? Habt ihr dort das Geschäft damit so nötig?

  4. Ich finds in dem Zusammenhang fast am wichtigsten das halt nicht klar ist wer wirklich WikiLeaks/Assange unterstützen will und wer sich mal schnell selbst ein paar Euro mit dem Thema in die Tasche stecken will.

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