Im August diesen Jahres letzten Jahres ist es passiert: Der amerikanische Durchschnittsnutzer, Average „The Plumber“ Joe, hat erstmals mehr Zeit auf Facebook verbracht, als auf Seiten aus dem Google Netzwerk (inkl. Youtube, Gmail). Facebook selbst hat damit nicht nur dieselbe Reichweite wie Google, sondern mittlerweile (laut eigenen Angaben) endlich mehr Nutzer als Klagen am Hals: man brüstet sich mit mehr als 500 Millionen aktiven Usern. Zum Vergleich — das ist, als hätte jedes EU-Rind 6, jeder Brandenburger 200 oder jeder noch lebende Tiger 165.000 Profile. Und richtig gelesen: Aktiv bedeutet, die Hälfte dieser Nutzer loggen sich jeden einzelnen Tag ein!
Diese Zahlen sind beeindruckend und machen deutlich, dass es auch für e-Shops immer wichtiger wird auf Facebook existent zu sein. Tatsächlich sind einige Shoppartner schon dabei und haben beachtliche Erfolge damit (zum Beispiel house merchandise mit 766 Fans über cute monstR mit 968 Fans bis hin zu Wordboner mit mehr als 13,000 Fans). Wie man sich eine Präsenz auf Facebook errichtet, haben wir ja schon einmal beschrieben. Heute soll es eher darum gehen, diese Seite durch Facebook-Werbung bekannt zu machen. Denn neben dem Pflegen von bestehenden Kundenbeziehungen und der viralen Verbreitung seiner Marke im sozialen Netz kann Facebook auch dazu benutzt werden durch bezahlte Werbung neue Kunden zu gewinnen. Dabei können die Werbeanzeigen sehr gezielt auf die Profile der Nutzer angepasst werden, was eine sehr hohe Konversionsrate zur Folge haben kann.
Es funktioniert ganz einfach: Unten auf der Facebook-Seite auf Advertising klicken, seine Kreditkartendaten hinterlegen und dann eine Anzeige erstellen. Zunächst einmal musst Du dabei entscheiden, wo Du die Leute hinschicken („landen“) willst, die auf die Anzeige klicken: Direkt in Deinem Shop oder auf die dazugehörige Facebook Page? Beides hat Vor- und Nachteile. Langfristig denke ich, dass der Weg, die Leute über seine Facebook-Page in den Shop zu leiten der bessere ist (vorausgesetzt natürlich, die Page ist aktuell und ansprechend gestaltet. Am besten auch mit einigen Interaktionen auf der Wall und natürlich einem Shop-Tab in der Navigation).
Im Fall der Facebook Page klickst Du einfach auf „I want to advertise something I have on Facebook“ und wählst Deine Page aus. Danach musst Du Dir eine ansprechende Überschrift, eine passende Grafik und einen kurzen Text überlegen. Wie immer in der Online-Werbung gilt auch hier: Man sollte für dieselbe Zielgruppe immer verschiedene Anzeigen gleichzeitig testen, um zu lernen welche am besten geklickt wird. Außerdem sollte man auch gut funktionierende Anzeigen ab und an überarbeiten (z.B. die Grafik austauschen), da sie sich vor allem bei kleineren Zielgruppen recht schnell abnutzen.
Als letztes musst Du die Zielgruppe definieren. Willst Du Männer oder Frauen ansprechen? Verliebte oder Singles? Und ganz wichtig: Welche Interessen sollen die Leute haben? Bei Facebook hängen die Kosten für einen Klick sehr stark von der Klickrate Deiner Anzeige ab. Will sagen: Umso mehr Leute, die Deine Anzeige sehen, diese auch anklicken, desto weniger bezahlst Du für einen Klick. Relevanz ist also der wichtigste Erfolgsfaktor. Auf der anderen Seite bringt es natürlich auch nichts, extrem detaillierte Zielgruppen mit jeweils 50 Leuten zu bilden (es sei denn man hat viel Zeit). Es gilt also einen Mittelweg zu finden. Ich denke, weniger als 500-1000 Leute sollte eine Zielgruppe auf keinen Fall haben. Ein Beispiel:
Zu guter Letzt die Erfolgskontrolle. Wie ist Deine Klickrate (eine Rate von über 0.1% kann als sehr gut angesehen werden), wie viele Klicks und neue Fans hast Du insgesamt bekommen? Außerdem natürlich: Wie viele Kunden kamen von Facebook in Deinen Shop (Google Analytics) und wie haben sich die Verkäufe entwickelt?
Auch hier gilt wieder: gute Kampagnen wiederholen und ausbauen, schlechte Kampagnen analysieren und ändern oder abschalten.
Ich hoffe der Beitrag war hilfreich für Dich. Laß es mich wissen wenn Du Fragen hast.
Viel Erfolg,
Torge




Hallo Mandy,
die Klickpreise hängen stark vom Land und von der Click-Through Rate (CTR) ab. In Deutschland habe ich alles zwischen 0,16€ und 0,67€ erlebt. Grundsätzlich gilt wohl: Genauere Zielgruppe = höhere CTR = günstigere Klickpreise. Wenn Du eine Werbung in Facebook erstellst, schlägt es Dir am Ende eine Bandbreite vor in dem Dein Gebot liegen sollte. Am Besten du nimmst hier eher was am unteren Ende. Ich habe die Erfahrung gemacht, das der Klickpreis dann am Ende sowieso meist (weit) unter dem Gebot liegt.
Viel Erfolg,
Torge
Was kostet denn da so ein klick?
Ich korrigiere: 1116 😉
Also Torge,nur 968 Fans, das wäre ja schlimm 😉
ja, exakt richtig und gut recherchiert. An Facebook-Werbung führt einfach kein Weg mehr vorbei. Man kann die Zielgruppe exakt eingrenzen und so unnötige Streuverluste vermeiden.