Menü

Politisch un/korrekt: Shoppartnerausschlußverfahren beantragt

Für alle, die gestern in Fefe’s Blog vom PI Shop gelesen haben, und uns dieselbe Frage stellen warum wir das machen.
Zunächst mal: Ja, wir kennen den PI-Shop. Für die, die PI nicht kennen – unter dem Deckmantel “Politisch Incorrect” wird hier rechtskonservativer Wein in neuen Schläuchen verbreitet. Daher ist der entsprechende Shop auch ein Dauergast unserer Ethikratssitzungen. Aber wie ich bereits schonmal in einem anderem Zusammenhang versucht habe zu verdeutlichen, verstehen wir uns als Plattform – als technischer Dienstleister. Das bedeutet, wir müssen manchmal auch Motive und Texte drucken, die wir persönlich nicht unterschreiben und gut finden – aber eben tolerieren müssen.

Wo die manchmal schwierig zu definierende Grenze verläuft, entscheidet der Ethikrat. Die sieben Mitglieder, die aus unterschiedlichen Abteilungen “rekrutiert” werden, diskutieren fallweise über einzelne Shops oder Motive. Also zum Beispiel, ob man von einem Motiv auf einen Shop und einen Shopbetreiber schließen kann. So wird ein grundsätzlich “sauberer” Shop, der ein Motiv anbietet, das gegen unsere Ethik Grundsätze verstößt, oftmals nicht gelöscht, sondern nur das jeweilige Design entfernt.
Andersrum ist es häufig schwieriger: ein grenzwertiger oder “auffälliger” Shopbetreiber bietet eben nicht unbedingt direkt Hakenkreuze oder Geschlechtsteile auf einem T-Shirt an. Diese Fälle sind meist subtiler, beschäftigen sich in der Grauzone unserer Ethikgrundsätze zwischen Meinungsfreiheit und Zensur.

Am aktuellen Beispiel verdeutlicht: ein Motiv wie “Sarrazin statt Muezzin”, ist, wie Fefe schreibt, für manche wi-der-lich, aber wäre für uns wahrscheinlich keine Grundlage, einen Shop zu sperren. Ganz einfach, weil es innerhalb der Meinungsfreiheit tolerierbar sein muss.
Da wir allerdings, wie oben beschrieben, den PI Shop bereits mehrfach auf der Liste hatten (und ihn ohnehin bei der nächsten regulären Ethikratssitzung diskutiert hätten), haben wir beschlossen, jetzt ein “Shoppartnerausschlußverfahren” anzustreben. Ich halte euch auf dem Laufenden und bitte, wie immer, um Meinungen.

Update (April 2011): Wie auch in den Kommentaren zu sehen, ist die Frage nach einem Ausschluß in diesem Fall nicht einfach. Wir haben beschlossen, den Shop zunächst offen zu lassen und zu schließen sobald sich ein eindeutiges Motiv findet oder ein klarer Verstoß gegen unsere Ethikrichtlinie.

Update 2 (Oktober 2011): Vielen Dank an die Community v.a. im Forum, die uns mit einigen Links und Hintergrund-Informationen zu den Betreibern hinter PI versogt hat. Wir haben den PI Shop nun abgeschaltet.

Teile diesen Beitrag

21 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Absolut richtig. Meinungsfreiheit hört da auf, wo andere verletzt werden. Und das ist bei PI nicht nur 1 Mal der Fall sondern zig-fach, deshalb sofort raus von Spreadshirt!!!

    VIelen DAnk & Gruss

  2. Finde ich gut, dass das so gehandhabt wird. Grundlage für das “Shoppartnerausschlußverfahren” sollten aber nicht die “vielen Emails von Fefe-Lesern” sein, sondern der Inhalt im PI Shop.

    Anmerkung zu MyMemleket: Meinungsfreiheit endet eben nicht bei “verletzend”, sonst dürfte von uns ja auch keiner mehr über die schreiende Blödheit mies ausgebildeter “Politiker” schimpfen, die sind dann ganz sicher auch oft ganz arg traurig und verletzt. Ganz anders bei Volksverhetzung… liest du ab und zu pi-news? Der Shop alleine ist nicht direkt gefährlich, bei der Seite sieht das schon anders aus – entsprechendes Publikum vorausgesetzt.

  3. Geschichtswissen:
    Der größte Lump auf dieser Welt (bis jetzt…?) war und bleibt Mao Zedong! (1893-1976) Während seiner Diktatur ließ er 44-72 MILLIONEN Menschen ermorden!!! Dieser Rassist wird auf dem Marktplatz bei Spreadshirt von drei Shopbetreibern angeboten! Vielleicht sollte man differenzierter und vor allem relaxter mit der Sache umgehen…..und ich denke hier in Deutschland sollte man weiter für Meinungsfreiheit kämpfen oder müssen wir Deutsche uns immer so verbissen, humorlos und empört verhalten.
    Bitte miteinander reden, reden, reden, reden und nochmals reden……….
    “Alles wird gut” Nina Ruge (Regieassistentin, Studienrätin,Co-Moderatorin im ZDF, etc.)

  4. Mein Name ist Michael Bilharz und ich habe für pi-news.net den pi-shop eingerichtet. Wenn es mir erlaubt wird, möchte ich hier gerne meine Sicht vortragen.

    Diesen Shop habe ich vor knapp vier Wochen eingerichtet. Ich erwähne dies, weil von ami gesagt wird, daß der pi-shop “bereits mehrfach auf der Liste”(?) gestanden hätte und nun quasi nach langer Zeit der Geduld ein Ausschlußverfahren angestrebt wird. Dies wird jedenfalls so suggeriert.

    Ich engagiere mich für pi, weil ich mit dem Leitthema dieses Bloggs “proamerikanisch, proisraelisch, gegen die islamisierung europas, für grundgesetz und menschenrechte” grundsätzlich übereinstimme. Es gibt in diesem Blogg auch Beiträge und Kommentare, deren Inhalt ich nicht teile, aber damit muß man in jedem freien Blogg leben.

    Meine Motive befinden sich eindeutig im Rahmen der Meinungsfreiheit. Der Vorwurf des Rassismus ist unsinnig, weil es sich bei dem Objekt Islam nicht um eine Rasse, sondern um eine Religion handelt. Und wie andere Religionen darf auch diese kritisiert werden. Tatsache ist, daß alle Religionen Kritik und Spott klaglos hinnehmen, einzig der Islam droht damit, seine Kritiker umzubringen.

    Ich verstehe nicht, warum meine Kritker nicht etwas fairer und toleranter mit der Sache umgehen können. Macht doch einen Gegen-Shop mit Motiven wie “Muezzin statt Sarrazin” oder “Sarrazin – Nein Danke” o.ä. Ich verspreche, Sie nicht – wie es mir geschieht – mit Haß-Mails zu überschütten. Ich werde Sie auch nicht bei spreadshirt denunzieren und Ihren Ausschluß fordern.

  5. Dieser Shop verbreitet KEINE Hetze. Wir haben die Meinungsfreiheit über alles zu stellen und zu achten. Der Shop sollte NICHT geschlossen werden. Wenn doch verstoßt ihr gegen das GG. Bitte bedenkt dies und unterstützt und kämpft für unsere FREIHEIT – sie ist in Gefahr wie nie!

    Im übrigen betrachte ich den Islam als eine echte Gefahr für die Welt. Aber auch die meiner Meinung nach diktatorischen machenschaften vieler unserer westlichen Politiker und “Staatsdiener”.

    Darüber hinaus kann ich manches welches auf der Seite “Leitlinien” der PI-News gesagt wird unterstützen.

  6. @kevin: sicher tun sich deutsche schwerer mit der deutschen geschichte, als mit der anderer länder. ich weiss nicht, ob es zur geschichtsbewältigung beiträgt, mit dem finger auf andere zu zeigen. ich wurde jedenfalls immer so erzogen, dass ich mir erst mal an die eigene nase fasse. was die mao motive (oder jedes andere, das dir auffällig erscheint) auf dem MP angeht, kannst du jederzeit die “motiv melden” funktion nutzen — wir nehmen das dann unter die lupe.

    @bilharz: es kann sein, dass ihr ihn wieder neu bei uns aufgemacht habt (war ja eine zeit lang bei cafepress). protokolle und meine erinnerung sagen mir trotzdem, dass er bereits mehrmals im ethikrat diskutiert wurde, 2008 wurden z.b. auch motive entfernt. und wie gesagt, ich kenne PI — daher habe ich die metapher des “alten weins in neuen schläuchen” benutzt.

    @maxchen: die meinungsfreiheit gibt es in D (IMO aus gutem grund) nur im kombipack mit den artikeln 1-4 im GG. weil die grenzen zwischen meinungsfreiheit und der “würde des menschen” manchmal schwer zu fassen sind, gibt es bei uns den ethikkodex und unseren ethikrat.

  7. Also, ich habe jetzt mal den PI-Shop angeschaut. Da finden sich Shirts, die
    Sympathie mit Wilders und Sarrazin zum Ausdruck bringen. Ich weiß nicht, ist das verboten? Der erste ist Vorsitzender einer demokratischen holländischen Partei, die sich gerade erfolgreich einer Wahl gestellt hat, der zweite eben Thilo Sarrazin, der ja offensichtlich großen Zuspruch in der Bevölkerung findet. Verbrecher scheinen das jedenfalls nicht zu sein.

    Und deshalb wollt Ihr ein “Shoppartnerausschlußverfahren” machen? Da scheinen Euch aber wirklich alle Maßstäbe verrutscht zu sein. Der Begriff Rassismus wird ja gerne und inflationär benutzt. Um hier auf sowas zu kommen, muß man aber schon um über mehr als fünf Ecken gucken. Die reinste Hysterie ist das.

  8. @arabella: danke für das feedback. grundsätzlich richtig, daher wird der fall ja auch erst im ethikrat verhandelt & habe ich ja auch im unteren abschnitt beschrieben, dass wir *nicht immer nur ausschliesslich* auf die shopmotive achten, sondern auch auf den kontext.

  9. Moin Moin,
    ich bin kein beführworter rechter Gedanken oder der gleichen, deshalb frage ich mich dennoch wenn nun so eine Prüfung stattfindet, wird diese nur bei den deutschsprachigen Motiven durchgeführt? Es gibt auch Hassshirts gegen andere Gruppen in anderen Schriften/Sprachen (ohne eine direkt nennen zu wollen).
    Ich weiss das dass Mitarbeiterbild bei Sprd sehr MultiKulti ist aber könnt ihr damit auch alle Motive prüfen? Wenn dann gleichgerechtigkeit und solange Ihr nur bestimmte Sprachen prüfen könnt, müsst ihr wohl leider von allen die Finger lassen.

  10. liebe spreadshirt-bertreiber/innen.
    erstmal ein großes lob, dass ihr 1. über einen ethikrat verfügt und 2. die verantwortung auch ernstnehmt, die in eurer funktion als über t-shirts meinungen verbreitende (auch wenn es nicht eure sind) firma begründet liegt.
    natürlich schreiben hier einige der p.i.-anhänger/innen in dem versuch, mit ihren abgedroschenen formulierungen stimmung für die aufrechterhaltung des p.i.-shops zu machen. wie man das ja in jeglichen kommentarbereichen gewohnt ist, wo die lieblingsthemen der rechten diskutiert werden. es wird eine opferrolle konstruiert, in der sich die selbsternannten demokratie- und freiheitsexpert/innen so wohlfühlen, obwohl sie leider! eine mehrheitsmeinung vertreten und gemeinsam mit roland koch, pro köln, sarrazin und der bildzeitung dem rassismus in deutschland futter und eine stimme geben.
    in einem shop-ausschlussverfahren geht es ganz sicher nicht um eine einschränkung der meinungsfreiheit, sondern um eine entscheidung gegen die zur verfügung stellung von material und anfertigungsaufwand für rechtes gedankengut.
    ich denke es ist das recht und die pflicht von firmen/versänden/verlägen/… position zu beziehen zu menschenverachtenden tendenzen und diesen – wenn nicht vereinbar mit ihrem selbstverständnis – keine plattform/werbung zum “spreaden” zu bieten.
    ich möchte hier auch nochmal auf den shop “dadama” hinweisen, der sich ebenfalls mit dem label p.i. schmückt und vielfältigere motive vertreibt, in denen schon auch mal die kreuzzüge verherrlicht werden (siegel der tempelritter), natürlich nicht ohne bezug zum hier und jetzt, und bildlich die “unterwanderung” der schweiz und deutschlands beschworen wird. angeboten werden auch fan-shirts für die “tea party patriots”, rechtskonservative gegner/innen u.a. der allgemeinen gesundheitsversorgung in den usa und bekannt für rassismus, homophobie und anisemitismus in ihren reihen,…
    grüße und danke für euer engagement
    anisa

  11. hallo zusammen…
    also jetzt mal ehrlich.. butter bei die fische..

    @MyMemleket..wenn ich mir deinen shop ansehe, finde ich
    nicht ein einziges pro deutschland shirt..und ehrlich gesagt
    beängstigt mich das ein wenig..wer weiß vielleicht finanzierst
    du damit ja sogar ein terrornetzwerk…welches sich davon waffen
    und munition kauft und dann die kurdenverfolgung finanziert
    ..oder vielleicht fließt das geld in eine bandenkasse von einer
    gruppe türken die dann damit drogen kaufen die sie auf
    schulhöfen verdealen, ich finde wir sollten das prüfen lassen
    und gegen deinen shop vorgehen!!..um den ausländeranteil in
    meinem text zu erhöhen benutze ich jetzt mal ein fremdwort…du
    bist ja wohl das türkische “pandon” zu “Thor Steinar”..ich finde
    du bist einer der letzten die sich hier in der art äußern sollten!!ah mist
    vergessen das ding mit der “meinungsfreiheit”!oder getreu dem motto jedem das seine
    man möge mir verzeihen!!

    @anisa zu dem thema kreuzzüge und ect!!!
    ich hoffe wir sind mit den alten germanen im reinen..nicht das
    sich ein italiener beleidigt oder angegriffen fühlt wenn man ihn
    darauf anspricht das sie beim einfall in germanien nur bis zum
    rhein gekommen sind..da das sonst irgendwann ausufert…und
    wir uns noch entschuldigen müßen das wir als neandertaler mal
    einem ne keule aufm kopf gehauen haben…aber für den fall das
    du recht hast..sollten wir sofort alles mögliche in bewegung
    setzen und das übel bei der wurzel packen..wie wäre es denn
    mit einer Kampagne gegen den “papst”??die haben den mist
    ja schließlich zu verantworten….

    @kevin&arabella…danke..ganz eurer meinung!!!

    immer wenn die worte rechts oder antisemitismus fallen,
    kommt alles was sonst nix zu erzählen hat aus seinen löchern
    gekrochen und wartet darauf das ihnen jemand für den alten
    zum 100000ten mal durchgekauten brei auf die schulter klopft

    meine meinung: wenn der sarrazin mit seinem buch in ein paar
    wochen genug verdient hat juckt das kein schwein mehr!!!und ist somit
    das geheuchelte interesse und geltungsbedürfnis vieler garnicht wert!!

    ps.zum thema versteckte botschaften mal ein altes sprichwort:
    was “ICH” selber denk und tu…traue ich auch anderen zu!!!

  12. Ich denke ihr macht das schon richtig so wie ihr das handhabt, es wird immer eine Grenze geben mit der man leben muss! Meinungsfreiheit ist ein Grundgesetz, jeder kann denken und sagen was er möchte, euch ist dann aber freigestellt diese Gedanken dann auch zu veröffentlichen oder nicht!

  13. Ausschlußverfahren scheinen ja schwer in Mode zu sein. @anisa schlägt ja gleich den Ausschluß eines weiteren Shops vor und findet überhaupt, dass Meinungsfreiheit nur für die Meinungen zu gelten habe, die der ihren entsprechen. Wahrscheinlich arbeitet sie schon an ganzen Listen mit Shops, deren Ausschluß sie wünscht. So eine Art Säuberungsaktion von “rechtem Gedankengut”.

    Ich möchte dem nicht nachstehen und fordere den Ausschluß des Shops der Piratenpartei. Dort wird ein Motiv mit dem Porträt von Wolfgang Schäuble gezeigt mit der Unterschrift STASI 2.0. Dies halte ich für persönlich verunglimpfend und unerträglich.

    Das führt doch alles zu nichts. Spreadshirt sollte sich in eigenem Interesse auf seine angebotene Dienstleistung beschränken und Beschwerdeführer an den jeweiligen Shopbetreiber verweisen, der ja sowieso allein für den Inhalt verantwortlich ist.

    Zusätzlich wird nun noch ein “Kontext” eingeführt, der auch zu berücksichtigen sei. Spätestens wenn jemand seine Sachen in Junge Freiheit und ein anderer in Neues Deutschland bewirbt, steht Ihr vor dem nächsten Dilemma. Beide ausschließen? Oder nur einen und dann wen? Und wie soll das begründet werden?

  14. 1.) Meinungsfreiheit gibt es im Handel nicht. Da spielen deutlich mehr Paragraphen als 1-4 GG eine Rolle, die die Meinungsfreiheit erheblich einschränken.
    2.) In Deutschland besteht Vertragsfreiheit. Spreadshirt steht es vollkommen frei mit welchen Partnern sie die Zusammenarbeit wünschen oder eben nicht.
    3.)Auch wenn ich für Toleranz bin und auch der Meinung, dass Religionen gut daran tun, ihre Dogmen nicht auch Nicht-Gläubigen aufzuzwingen, so sei den Islam-Gegnern hier einmal deutlich gesagt, dass der islamistische Extremismus erst durch seine Gegner derart aufblühte und nicht für “den Islam” steht. Ich betrachte Terroristen lieber als Kriminelle und möchte sie nicht in einen Topf werfen mit meinen Freunden und Nachbarn, die zufällig der selben Relligionsgemeinschaft angehören.

    ______________
    Ich finde es löblich, dass Spreadshirt nicht jeden Mist verkaufen will. Ich bin der Meinung, dass auch ein Unternehmen Teil der Gesellschaft ist und mehr als nur für die Gewinnmaximierung Verantwortung trägt. Da spielt es kaum eine Rolle wie lange schon ein Shop das Spreadshirt-Ethik-Niveau maßgeblich unterschreitet.

Schreibe einen Kommentar