Was denkt Ihr, wenn Ihr das Wort Carrotmob hört? Diese Frage stellte sich mir nämlich, als ich folgendes las: “‘Carrotmob’ wird im April zum ersten Mal in Köln stattfinden“.
Mob, ok, das hat man in den vergangenen Monaten schon häufiger im Zuge der Flashmobs gehört. Aber mit dem Wort ‘Karotte’ davor hats für mich nicht so richtig Sinn ergeben und ich erahnte klischeehaft eine Menschenansammlung von Veganern in Leinenhosen. *scherz*
Also: Der Carrotmob ist eine Form des strategischen Konsums. Die Organisatoren rufen Freunde, Bekannte, Nachbarn und die Öffentlichkeit dazu auf, an einem bestimmten Tag einen ausgewählten Laden leerzukaufen. Oder zumindest möglichst viel Umsatz zu generieren. Im Gegenzug garantiert der Betreiber des Ladens, dass er die zusätzlichen Einnahmen für einen guten Zweck einsetzt. Der gute Zweck kann im Umweltschutz liegen oder in der Verbesserung von Arbeitsbedingungen. Werbung und Aufmerksamkeit gibts gratis obendrauf — denn dass der Mob übers Social Web organisiert wird, versteht sich von selbst.
Im Gegensatz zu der Bestrafung durch einen Warenboykott wird ein Unternehmen bei einem Carrotmob also mit zusätzlicher Nachfrage belohnt. Und letztlich entscheidet der Verbraucher anhand seiner Nachfrage über das Produktangebot und die Produktionsmethoden.
Dieser Ansatz stammt, wie könnte es anders sein, aus den USA. Vor knapp zwei Jahren fand in San Francisco der erste Carrotmob statt. Mittlerweile gab es mehr als 50 dieser Karottenaufläufe weltweit — in London, Berlin, und jetzt eben auch in Köln.
In Köln findet der erste Carrotmob am kommenden Samstag ab 14 Uhr statt. Die Organisatoren haben sich das “Obst und Gemüse Land” in der Zülpicher Straße 307 ausgesucht. Der Betreiber hat zugesagt, dass er 75% seines Umsatzes in den Klimaschutz investiert.
Da wir die Aktion toll finden, unterstützen auch wir den ersten Kölner Carrotmob und können Euch nur empfehlen: Falls Ihr am Wochenende in Köln seid – lasst euch das nicht entgehen. Um es in den Worten des Carrotmob Teams zu formulieren: “Ran an die Karotten und auf in den Konsum!”
