Angesichts des Klimawandels müssen wir alle an unseren Gewohnheiten arbeiten. Mit diesen 9 praktischen Tipps zum Tag der Erde kannst Du schon heute damit beginnen.
Ob in den Nachrichten, in den sozialen Medien oder im Gespräch mit unseren Liebsten – der Klimawandel ist in aller Munde, und das zu Recht. Denn die Auswirkungen sind überall auf der Welt auf unterschiedliche Weise zu spüren. Wie es um die Zukunft unseres Planeten bestellt ist, geht uns einfach alle an.
Am Tag der Erde, dem 22. April 2022, kannst Du mit unseren 9 einfachen Tipps beginnen, im Rahmen Deiner Möglichkeiten etwas gegen den Klimawandel zu tun. Uns ist klar, dass unsere persönlichen Entscheidungen die Umwelt nicht im großen Stil retten können. Trotzdem zählt am Ende des Tages jeder einzelne Schritt, egal wie klein er auch erscheinen mag.
1. Reduziere Deinen Wasserverbrauch
Wasser ist Leben. Dementsprechend sparsam sollten wir auch in Zukunft mit diesem wertvollen Element umgehen. Im Durchschnitt haben wir im Jahr 2020 in Deutschland 129 Liter Trinkwasser (das entspricht knapp einer 12,5 Minuten Dusche) pro Tag und Person verbraucht.1
Auch wenn die Menge des verwendeten Wassers eine Rolle bei der globalen Erwärmung spielt, ist vor allem die Energie, die für seine Aufbereitung aufgewendet wird, problematisch. Etwa 12% der Gesamtenergie, die ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht, wird für Warmwasser genutzt.2
Das kannst Du zu Hause tun, um Wasser zu sparen:
- Installiere einen Strahlregler (auch als Perlator, Luftsprudler oder Mischdüse bekannt) an den Wasserhähnen, um bis zu 50% Wasser zu sparen
- Wähle wasser- und energieeffiziente Geräte
- Wasche Dein Obst und Gemüse in einer Schüssel und nicht unter fließendem Wasser
- Verwende einen energieeffizienten Geschirrspüler, nutze die Schnell- oder Öko-Einstellung und lass das Geschirr an der Luft statt im Dampf trocknen
- Solltest Du mit der Hand abwaschen: Weiche das Geschirr erst ein, spüle dann die Gläser in kaltem und das fettige Geschirr zum Schluss in heißem Wasser
- Sammle das kalte Wasser für Deine Pflanzen, während Du auf heißes Wasser wartest
2. Reduziere Deinen Stromverbrauch
Computer, Licht, Haushaltsgeräte – ein Leben ohne Strom ist kaum vorstellbar. Auch wenn sich der Verbrauch seit 2010 vor allem dank technologischer Entwicklungen und ihrer Nutzung stabilisiert hat, verbraucht ein Ein-Personen-Haushalt im Durchschnitt 2256 kWh pro Jahr (bildlich gesprochen entspricht das 15.040 km Fahrt mit einem Elektroauto, das einen durchschnittlichen Verbrauch von 15 kWh/100 km hat).3
Stromsparen leicht gemacht:
- Verwende einen Wasserkocher, um Wasser zu erhitzen, und koche nur die benötigte Menge
- Entscheide Dich für einen Ökostromanbieter
- Wähle energiesparende Haushaltsgeräte und Glühbirnen
- Wasche Deine Kleidung möglichst bei 30° Celsius und verzichte auf den Trockner
- Lass Deine Geräte nicht im Standby-Modus. Schalte sie aus, wenn Du sie nicht benutzt
- Benutze beim Kochen einen Deckel auf Pfannen und Töpfen, um Dein Essen schneller zu erhitzen
3. Verzichte auf Plastik in jeder Form
Leicht, praktisch und preiswert – obwohl Plastik durchaus Vorteile mit sich bringt, bedeutet es zugleich eine große Belastung für die Umwelt und die Artenvielfalt.4 Jedes Jahr gelangen mehrere Millionen Tonnen Plastik in die Natur. Ob sichtbar oder mikroskopisch klein, Plastik ist eine Bedrohung für alle Lebensformen.
Deshalb:
- Kauf am besten in großen Abpackungen und/oder unverpackt ein
- Benutze Glas- statt Plastikflaschen
- Vermeide Einwegverpackungen, -tüten und -gegenstände
- Bring Stoffbeutel zum Einkaufen mit
- Verwende bei Ausflügen und Spaziergängen Trinkflaschen aus Edelstahl und Reisebecher
- Bewahre Deine Lebensmittel in wiederverwendbaren Gläsern und Dosen auf
Keep the plastic-free for the Climate designed von Jolistsp
4. Reduziere Deinen Fleischkonsum
Der Fleischkonsum nimmt weltweit zu. Dementsprechend erzeugt die Aufzucht von Tieren sowie die Produktion und Verarbeitung von Nahrungsmitteln für die Viehzucht eine Menge Treibhausgase und verbraucht außerdem viel Wasser. Zusätzlich werden Unmengen des weltweit angebauten Getreides als Futtermittel genutzt. In Deutschland wird bereits die Hälfte der Ernte in der Viehzucht verfüttert. Am konkreten Beispiel sieht das dann so aus: Für 1 kg Rindfleisch werden 6,5 Kilogramm Getreide und 36 Kilogramm Raufutter benötigt.5
Was kannst Du tun?
- Reduziere Deinen Fleischkonsum erheblich
- Entscheide Dich für Bio-Fleisch, das die Umwelt schont
Powered by Veggies designed von Colorfulsnow
5. Benutze umweltfreundliche Transportmittel
Klar: Für Einkäufe, den Weg zur Arbeit oder bei schlechtem Wetter ist das Auto mehr als praktisch. Leider ist es zugleich auch für 60% der gesamten CO2-Emission des Straßenverkehrs in Europa verantwortlich.6 Ein Grund mehr, sich nach umweltfreundlichen Alternativen umzusehen.
So einfach geht‘s:
- Nutze öffentliche Verkehrsmittel, Dein Fahrrad oder geh zu Fuß, wenn es die Entfernung zulässt
- Bilde so oft wie möglich Fahrgemeinschaften, um Deinen CO2-Fußabdruck zu verringern
Bicycle watercolor designed von Daniela
6. Rette die Insekten
Durch Monokulturen, Pestizide und die globale Erwärmung verschwinden jedes Jahr rund 0,92% der Insekten von unserem Planeten.7 Um Nahrung zu finden und zu überleben, brauchen unsere krabbelnden und fliegenden Mitbewohner unsere Hilfe. Das gilt vor allem für Bienen, die für die Bestäubung so wichtig sind.
Wie kannst Du helfen?
- Pflanze Blumen und Kräuter, die einheimische Insekten anziehen und unterstützen
- Bau ein Insektenhotel, damit sie sicher über den Winter kommen
- Lass in Deinem Garten eine kleine Ecke mit Wildpflanzen stehen oder lass Deinen ganzen Garten verwildern
Save the Bees designed von Sonja B Happy Designs
7. Konsumiere bewusster
Neueste Technologien, Mode und Produkte aus aller Welt – die Verlockungen sind einfach endlos. Wir kaufen so schnell, wie wir wegwerfen. In Europa werden jährlich pro Kopf fast 26 kg Bekleidung gekauft und 11 kg entsorgt.8 Doch nicht nur der Textilmüll ist ein Problem: Durch die Modebranche werden schätzungsweise 10% der weltweiten CO2-Emissionen verursacht.
Das muss sich unbedingt ändern, und zwar so:
- Pflege Deine technischen Geräte und Deine Kleidung, um ihre Lebensdauer zu verlängern
- Kaufe gebraucht und lass Produkte und Kleidung reparieren (sogar Schuhe!)
- Kaufe nur das, was Du wirklich brauchst
- Leihe oder miete, statt zu kaufen
- Kaufe regionale und saisonale Produkte und unterstütze die lokale Wirtschaft und kurze Anfahrtswege
- Konsumiere Bio-Produkte
8. Weniger streamen
Netflix und Chill? Besonders seit der Pandemie ist die Beliebtheit von Streaming-Plattformen sprunghaft angestiegen. Aber wusstest Du, dass das Streamen von Videos im Internet nicht nur Strom verbraucht, sondern auch CO2 ausstößt? In unterschiedlichen Studien wird diskutiert, wie hoch der tatsächliche Verbrauch beim Streamen letztlich ist. Ausschlaggebend sind dabei die Art der Übertragung (Glasfaser-Anschluss oder Kupferkabel) sowie die Art der Auflösung (Ultra-HD vs. HD).9
Weniger ist mehr:
- Reduziere Deinen Konsum von Serien und Filmen
- Verringere die Auflösung
- Nutze die Download-Option von Streaming-Plattformen
9. Verbreite Informationen
Es ist nicht leicht, unsere Gewohnheiten zu ändern. Obwohl sich die viele Menschen der Klimakrise und ihrer Auswirkungen bewusst sind, fällt es den meisten schwer zu handeln. Vielleicht weil sie noch nicht wissen, wie? Wenn Du also etwas Neues zum Thema Umweltschutz und Ressourcenschonung erfährst, solltest Du unbedingt:
- Dein Wissen teilen: Jede Aktion zählt
- Ratschläge und Lösungen weitergeben
There is no Planet B designed von Ragnor Design
Du suchst noch nach Inspirationen für nachhaltige Designs zum Tag der Erde? Entdecke sie hier.
Wie grün lebst Du? Teile Deine Tipps und Tricks in den Kommentaren. Wir freuen uns auf Deine Ideen!
Quellen
2 https://utopia.de/ratgeber/wasser-sparen-im-haushalt/
3 https://www.stromvergleich.de/durchschnittlicher-stromverbrauch
4 https://www.swr.de/wissen/odysso/das-problem-mit-dem-kunststoff-wohin-mit-dem-plastikmuell-100.html
5 https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/essen-und-trinken/fleisch/13310.html
9 https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/video-streaming-art-der-datenuebertragung









und etwas selbstkritisch: Vielleicht kaufen die Leute zu viel unnötige Kleidung, nur weil sie “lustig” bedruckt ist ;)…bin nicht so der Fan von Heuchelei. Wir alle hier auf Spreadshirt profitieren von unnötigem Konsum der dem Klima schadet.
Danke für diese hilfreichen Tips!
Ich möchte noch ergänzen:
Wasser kochen auf einem Induktionsherd ist fast genauso energiesparend wie der Wasserkocher und zum Thema streamen:
Nicht jedes Online-Meeting muss unbedingt auch einen Videostream haben!
DER HIER, DER WAR GUT: “VERRINGERE DIE AUFLÖSUNG!” 🙂
Wohl nur für Techniker verständlich…