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Was darf eigentlich auf´s T-Shirt?

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In den letzten Tagen ist eine engagierte Diskussion darüber entstanden, welche Motive bei Spreadshirt angeboten werden sollten und welche nicht und wie stark wir eingreifen. Deshalb möchten wir Euch einen Einblick in unser Selbstverständnis, die Filterprozesse und technische Hintergründe geben.

Spreadshirt versteht sich als offene Plattform, das heißt als technischer Dienstleister, der es Euch allen sowie Unternehmen und Organisationen ermöglicht, Ideen zu verkaufen, zu kaufen oder zu gestalten. Insgesamt haben wir 2014 etwa 3,3 Millionen Produkte in über 150 Länder verschickt und täglich werden weltweit 3.000 bis 4.000 Motive hochgeladen. Da die Designs auf unserer Plattform nicht von uns, sondern von Dritten – unseren Shopbetreibern und Designern – stammen, halten wir uns inhaltlich so weit wie möglich im Hintergrund und drucken manchmal auch Dinge, die uns persönlich nicht gefallen.

Die Grenzen der Freiheit

Das heißt aber nicht, dass wir ungefiltert alles durchwinken. Motive, die gegen geltendes Recht verstoßen, sind bei uns nicht zulässig (z.B. Pornographie, gewaltverherrlichende Inhalte etc.). Darüber hinaus gibt es eine große Grauzone von kniffligen Einzelfallentscheidungen. Ethische und geschmackliche Fragen sind natürlich sehr subjektiv. Sie variieren von Mensch zu Mensch, Kultur zu Kultur und können durch aktuelles Tagesgeschehen sowie den Kontext beeinflusst werden. So kann ein Surfer-Shirt mit der Aufschrift “Perfekte Welle” nach einem Ereignis wie dem Tsunami in Thailand plötzlich völlig geschmacklos erscheinen.

Uns ist bewusst, dass weder eine rein technische noch eine rein händische Prüfung diesem komplexen Spannungsfeld allein gerecht werden kann. Deshalb versuchen wir uns dem Thema offen und vielseitig zu nähern.

In diesem aktuellen Fall wurden wir auf Kinderprodukte mit nicht jugendfreien Inhalten hingewiesen. Natürlich sind auch wir nicht mit solchen Produkten einverstanden und haben sie entfernt. Um unseren Partnern und Designern die Arbeit zu erleichtern, werden hochgeladene Motive automatisch mit allen verfügbaren Produkten kombiniert. Wir arbeiten daran, dass diese Funktion und unser eigens entwickelter 18+-Filter noch besser ineinander greifen, um solche ethisch fragwürdigen Produkt-Design-Kombinationen möglichst zu vermeiden.

Wie melde ich ein Design?

Für Hinweise aus der Community haben wir ein offenes Ohr, denn wir wissen, dass Fehler passieren können. Jeder kann uns per E-Mail an verantwortung@spreadshirt.de auf strittige Motive aufmerksam machen oder den Melde-Button in den Design-Details benutzen. Wir prüfen das Motiv dann noch einmal gesondert. In (zum Glück seltenen) kniffligen Einzelfällen tritt der Spreadshirt-Ethikrat, bestehend aus Mitarbeitern verschiedenster Abteilungen, zusammen. Mehr zu unseren Ethik-Grundsätzen findest du hier.

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11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo zusammen,

    danke für Euer zahlreiches Feedback. Wir selbst sind natürlich am meisten daran interessiert, Designs von unserer Plattform zu entfernen, die die Grenzen unserer Ethikgrundsätze überschreiten . Dazu sichten wir täglich tausende Designs und haben, wie bereits erwähnt, für Hinweise aus der Community stets ein offenes Ohr.

    Zusätzlich zu unserem 18+-Filter arbeiten wir aktuell an weiteren technischen Verbesserungen, um ungewünschte Kombinationen zu vermeiden. Unsere Designer sollen in Zukunft selbst entscheiden können auf welchen Produkten sie ihre Motive anbieten möchten, z. B. abhängig vom

    – Produkttyp (T-Shirts, Hoodies, Accessoires …) oder
    – nach Produktkategorie (Frauen-, Männer- oder Kinderprodukte)

    Viele Grüße

  2. Der Focus Artikel hat doch vor allem eines gezeigt, wenn man sucht dann findet man auch Mist. Da gibt es genug Designs auf dem Marktplatz. Ich denke etwas aufräumen könnte nicht schaden.
    Des weiteren wäre es vielleicht cool, wenn man vor dem Veröffentlichen gewisse Produktgruppen per Häckchen ausschließt oder umgekehrt Produktgruppen per Häckchen auswählt. So werden dann z.B. Designs für die Zielgruppe Frauen auch nicht auf Herrenprodukten dargestellt. Denke das wäre technisch durchaus machbar und würde euch den Focus Artikel erspart haben.

  3. Nun sollten wir uns vielleicht alle mal wieder beruhigen. Der Spruch “Ficki Ficki 10 Euro” ist ein Insider Gag für Mallorca Urlauber, denn auf Malle wird Mann mit diesen Worten jeden Abend zig mal angesprochen.

    Und jetzt sollten wir mal das Positive sehen. Die Tatsache, dass dieses technische Versagen bei den automatischen Vorschlägen erst jetzt aufgefallen ist beweist ja, dass die oben von Lydia angesprochene “erste Instanz” (der gesunde Menschenverstand des Kunden) doch bestens funktioniert. Wäre jemals jemand bekloppt genug gewesen diesen oder ähnliche Sprüche auf Kinderkleidung drucken lassen zu wollen, dann wäre der Fehler ja aufgefallen. Auch wenn die Focus Macher das jetzt vielleicht nicht gerne hören: der gemeine Endverbraucher ist gar nicht so vollverblödet, wie uns die Medien gerne mal weismachen wollen. Und Apropos Focus: bei deren “Berichterstattung” bin ich sowieso ganz vorsichtig. Da halte ich persönlich sogar die Bildzeitung für 100 mal seriöser.

    Nicht alles was im Internet steht ist auch wahr und nicht alles was EDV Programme als Vorschlag generieren wird am Ende auch so umgesetzt. Also DURCHATMEN LEUTE!

    @Dirk Entscheidungsfreit darüber welche Aufträge eine Firma annimmt und welche es ablehnt fällt für mich in den Bereich Unternehmerische Freiheit, m.E. ein sehr wichtiges Recht und auch Bestandteil einer freien Demokratie.

  4. Das Thema ist in der Tat ziemlich Kontrovers.Denn wenn man beginnt, Motive auf Grund der Öffentlichen Meinung,aus dem Sortiment zu nehmen(Was ich ziemlich bedenklich finde) oder nicht zu Drucken.Dann gibts ein Problem.Irgendwann stört sich dann der,oder die nächste an irgendwas anderen.Und am Ende hätte man gar nichts mehr zum Anbieten.Jetzt mal auf lange Sicht.Das man gesetzlich verbotene Dinge nicht zulässt,das ist Ok.Und so sollte das auch sein.Aber wenn man Gruppierungen wie Pegida,oder andere Initiativen ablehnt.Dann sollte man auch Konsequent sein,und alles Politische egal ob nun Links,Rechts,Oben,Unten…auch verbannen.Denn Demokratie ist bekanntlich keine Einbahnstraße.

  5. Achim Hecht ich frage mich auch wieso der druck “fick mich für 10€” auf einer Säuglingskleidung nicht zu der Definition (Pornographie, gewaltverherrlichende Inhalte etc.) gehört !?

  6. @jojo Nein, so neu ist das nicht. Wenn du auf dem Marktplatz ein beliebiges Produkt anklickst, und das Design vom Urheber auch für den Design Marktplatz freigegeben wurde, bekommst du automatisch alle bei Spread verfügbaren Produkte mit dem provisorisch platzierten Motiv angezeigt.

    Dass dies voll automatisiert läuft, erkennst du auch daran, dass z.B. ein schwarzes Druckmotiv in schwarz auf einer schwarzen Leggings vorgeschlagen wird u.ä. Sprich – nicht alle vorgeschlagenen Kombis sind zwangsläufig sinnvoll, trotzdem ist es grundsätzlich sicher ein hilfreiches Tool. (Zumal die Kunden ja dann selbst entscheiden können, ob sie schwarzen Adler auf schwarzem Grund drucken lassen möchten oder die Druckfarbe ändern möchten. 😉

    Deswegen bin ich auch davon überzeugt, dass Spread die in dem focus Artikel angeprangerten Produkte so niemals gedruckt hätte, wenn man versucht hätte, sie in dieser Form zu bestellen. Ich würde darauf wetten, dass Spread dann den Kunden kontaktiert und den Druckauftrag abgelehnt hätte.

    Klar ist es – rein technisch – möglich einen Babystrampler mit markigen Sprüchen zu bedrucken, die eigentlich für Ballermann Touristen ab 2 Promille aufwärts gedacht waren. Ob Spread das jedoch auch in der Praxis tatsächlich so drucken würde steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Das Problem ist nur, solche technischen Tools können nicht lesen und sind zudem auch noch blind, folglich können sie nur aufzeigen, was rein technisch (= rein theoretisch) auf welchen Produkten druckbar wäre. Was dann aber tatsächlich gedruckt wird, entscheidet in erster Instanz der (hoffentlich gesunde) Menschenverstand des bestellenden Kunden und in zweiter Instanz Spreadshirt, die sich ja ausdrücklich vorbehalten auch Druckaufträge abzulehnen.

    Gut wäre, wenn auch wir als Designer in Zukunft alle mehr darauf achten, auf welchen Produkten unsere Designs vorgeschlagen werden und Spread ggf. darauf hinweisen, wenn solch fragwürdigen Kombis entstehen. Wahrscheinlich war es den meisten von uns gar nicht bewusst, dass solche Kombis überhaupt automatisiert entstehen und vermutlich war von den betreffenden Designern auch gar nicht beabsichtigt, dass diese Motive auf Babysachen landen. Ich denke, da sind wir als Designer alle mit in der Verantwortung künftig mehr die Augen offen zu halten.

  7. Autsch! In dem Beispiel haben die Tücken der Technik aber böse zugeschlagen. Grundsätzlich ist es ja eine ziemlich geniale Sache, dass die Motive immer automatisch auf allen verfügbaren Produkten angezeigt werden. Aber wenn dann solche Kombinationen entstehen, ist es natürlich nicht lustig.

    Leider entsteht in dem focus Artikel meiner Meinung nach ein falscher Eindruck. Für mich liest sich das so, als würde Spread solche Produkte aktiv anbieten, in Wahrheit handelt es sich ja aber eher um eine technische Panne, weil der Ü18 Filter offensichtlich nicht gegriffen hat und die vollautomatisierte Darstellung somit auch Kindersachen vorgeschlagen hat.

    Ehrlich gesagt kann ich mir definitiv nicht vorstellen, dass Ihr das tatsächlich so gedruckt hättet, wenn es denn in dieser Kombination bestellt worden wäre. So gut glaube ich Spreadshirt inzwischen zu kennen. (Hätte man als seriöser Journalist für die Recherche vielleicht einfach mal testen können, aber dann wäre eben kein so ‘aufregender’ Artikel draus geworden …)

    Aber mal abgesehen von dieser üblen technischen Panne – der Ethikrat ist sicher nicht um seine Aufgabe zu beneiden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es schwierig ist abzuwägen welche Motive ok sind und welche nicht. Und das Beispiel Surfershirt mit der Aufschrift “perfekte” Welle verdeutlicht ja sehr schön, wie sogar völlig harmlose Motive von jetzt auf gleich zum geschmacklosen no-go werden können …

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