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Meet A Spreadster – Hannes Döring

Mit Hannes möchte ich euch einen Mitarbeiter der (fast) ersten Stunde vorstellen, der noch von Lukasz Gadowski persönlich eingestellt wurde. Hannes trägt heute den Titel „Head of Asset Management“. Was sich dahinter verbirgt und welches die erfolgreichsten Designs bei Spreadshirt sind, erfahrt Ihr von Hannes selbst.

Hannes_Foto kleinKlassiker-Frage: Stell Dich doch bitte kurz vor und erzähl uns woher Du kommst?
Wo fängt man da denn an? Ich bin Hannes, 30 Jahre, aus Leipzig.

Du bist ein echter Leipziger?
Ja, ich bin hier geboren und aufgewachsen. Leipzig ist eine tolle Stadt zum leben, studieren und arbeiten. Das Jahr beim Bund im Westen Deutschlands hat mir so viele Städte offenbart in denen ich nicht leben möchte, dass ich mich 2004 in Leipzig nach Arbeit umgesehen habe. Da war bei Spreadshirt eine Stelle ausgeschrieben: „Grafiker gesucht“. Nichts weiter. Ich habe mich auf die Stelle beworben und kurz darauf rief Lukasz bei mir an, wann ich vorbeikommen könne. Am Tag nach dem Gespräch habe ich angefangen.

Seit 2004 ist viel Zeit vergangen. Heute bist du nicht mehr Grafiker. Was ist passiert?
Was ich am Anfang gemacht habe, kann man eher mit Motivsetzer beschreiben als mit Grafiker. Ich habe die Einzelteile der Vektor-Motive möglichst platzsparend angeordnet, damit beim Druck nicht so viel Verschnitt ist. In der Zeit habe ich sehr viel über Plottdruck und die Druckfähigkeit von Vektorgrafiken gelernt. Nach einem halben Jahr wusste ich aber, das möchte ich nicht für immer machen und habe mich an der HTWK für Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben. Während des Studiums habe ich unter anderem als Freelancer für den Design-Service gearbeitet. Als ich 2010 meinen Abschluss als Diplom-Ingenieur in der Tasche hatte, wurde gerade der Teamleiter-Posten für den Design-Service frei. Seitdem bin ich so richtig 5 Tage die Woche bei Spreadshirt. Bis vor ein paar Monaten gehörte der Design-Service noch offiziell zum Spreadshirt-Kundenservice. Das hat sich jetzt geändert. Meine Abteilung ist jetzt losgelöst vom Service und nennt sich Asset Management.

Hat sich mit der Veränderung auch etwas für unsere Kunden und Shop-Partner geändert?
Nein, nichts. Die Veränderungen haben im Hintergrund stattgefunden und betreffen eher meine Arbeit. Ich habe jetzt ein paar neue Aufgaben, mehr Verantwortung und verbringe die Hälfte meiner Zeit in Meetings, um bestimmte Projekte und Workflows weiter zu entwickeln. Vorher war es nur etwa 1/3 meiner Zeit. Das habe ich erst letztens mal nachgeschaut.

Wann kommen unsere Kunden und Shop-Partner mit dem Asset Management in Kontakt?
Eigentlich schon beim Hochladen von Designs, das wissen viele nur überhaupt nicht bzw. bekommen es nur mit, wenn ein Design abgelehnt wurde. Und wenn Kunden rechtliche Fragen an Spreadshirt schicken, dann geht das an mein Team. Sonst? Eigentlich nur über den Grafik-Service. Also wenn Kunden uns ihre Vorlagen schicken und wir diese nach ihren Wünschen in druckfähige Designs umwandeln.

Wie viele Designs prüft ihr denn so in der Woche?
Die Prüfung der Vektorgrafiken auf Druckfähigkeit wird automatisch vorgenommen, damit der Kunde das neue Design schnell nutzen kann. Im Nachgang checken wir die Designs nochmal auf Qualität und ethische Fragen. Jetzt im Sommer hatten wir eine Woche, in der wir in Europa 51.000 Designs geprüft haben. So viel hatten wir vorher noch nie. Das war eine grandiose Leistung vom gesamten Team. Normalerweise sind es rund 30.000 in der Woche. In Nordamerika sind es etwas weniger, so zwischen 20.000 und 30.000 Designs wöchentlich.

Das sind mehr als ich gedacht hätte. Wie groß ist denn das Asset Management-Team?
Insgesamt sind wir 10 in Leipzig und 2 in den USA. Davon sind aber nicht alle für das checken der Designs verantwortlich. Das sind in Deutschland nur 3, manchmal 4. Zusätzlich die beiden in den USA.
Es gibt einige Motive bei denen geht es ganz schnell. Da schaust du drüber und das ist eine Ja-Nein-Entscheidung. Viele sind aber mit aufwendiger Recherche verbunden. Ich schaffe so 100 Designs in der Stunde, unsere Profis 500 bis 600. Die wissen bei Vielem schon ohne googeln, ob das noch geht oder schon nicht mehr.

Gibt es viele Copyright-Probleme?
Ja, sehr viele offensichtliche Probleme. Bekannte Logos diverser Marken versucht man immer wieder hochzuladen oder Bilder von aktuellen Stars und Sternchen, das ist ohne Genehmigung allerdings nicht gestattet. One Direction, Justin Bieber und ACDC Shirts gibt es bei den offiziellen Stores der Künstler aber nicht bei Spreadshirt, zumindest noch nicht :).

Du beschäftigst Dich tagtäglich mit Designs. Welchen Insider-Tipp kannst Du weiter geben was Designs betrifft? Gibt es ein Thema, das du empfehlen kannst?
Tipps?

Eigentlich ist das extrem schwierig. Die simpelsten Designs verkaufen sich am besten. Mit einem freien Feld für zusätzlichen Text sind die Designs noch erfolgreicher. Der Klassiker ist nach wie vor „I <3 xxx“. Solche Motive haben wir aber hundertfach auf dem Marktplatz. Darum würde ich empfehlen, sich etwas grafisch Anspruchsvolles einfallen zu lassen und auch richtig Zeit in das Motiv zu investieren.
Da ein Thema vorzuschlagen ist auch nicht einfach. Zufällig habe ich gerade erst gemerkt, dass wir ganz wenig gute Motive zu dem Thema Surfen und Kiten haben. Ich denke aber, das trifft für viele Nischenthemen zu. Trendsportarten oder ausgefallene Hobbys sind auf jeden Fall Felder mit Potenzial.

Kommen wir zu dir: Hast Du einen Leitsatz als Vorgesetzter oder ein Vorbild – in positiver oder negativer Hinsicht?
Ich möchte einen freundschaftlichen Umgang mit meinem Team. Kooperativer oder demokratischer Führungsstil nennt man das doch. Ich will mit meinen Leuten lachen und reden, anstatt ihnen einfach nur Anweisungen zu geben. Das Ziel ist, dass sich alle wohlfühlen. Immerhin macht die Zeit auf Arbeit für einige von uns den Großteil des Tages aus. Diese Ansicht zieht sich aber durch viele Bereiche bei Spreadshirt, so dass ich das selbst viele Jahre so erleben durfte.

Und der kleinere Teil des Tages – an dem du nicht bei Spreadshirt bist – welchen Traum möchtest Du dir da unbedingt erfüllen?
Neuseeland. Ich möchte unbedingt noch nach Neuseeland.

Okay, ich hätte jetzt damit gerechnet, dass du etwas überlegen musst. Warum kam das so aus der Pistole geschossen?
Weiß nicht, den Plan habe ich schon länger. Ich glaube, weil das Land so abwechslungsreich ist. Aber halt auch sehr weit weg. Vorher war mein Ziel Kalifornien, das habe ich letztes Jahr umgesetzt. Neuseeland schwirrt aber bestimmt schon 2 oder 3 Jahre in meinem Kopf herum. Ich brauche immer schon ein neues Ziel vor Augen. Darum habe ich eine Zeit lang auch meinen nächsten Urlaub gebucht, bevor ich in den Ersten gefahren bin.

Ist das die unbändige Reiselust oder deine Durchgeplantheit?
Beides wahrscheinlich. Ich reise gern. Trotzdem würde ich jetzt nicht verneinen, dass ich organisiert bin. Ich möchte es einfach vermeiden, nach etwas Schönem in ein Loch zu fallen. Darum bereite ich gern schon was Neues vor.

Wer kommt als nächstes dran bei Meet A Spreadster?
Jemand der noch länger bei Spreadshirt ist als ich, Markus Kellner.

Vielen Dank für das Interview und den Einblick in deine Arbeit. Habt Ihr noch Fragen an Hannes, dann könnt Ihr sie hier stellen. Ich werde sie mit Freude weiterreichen.

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