Stell Dich doch bitte kurz vor!
Mein Name ist Tim, ich bin 27 Jahre alt und komme aus Bremen. Zu Zeit bin ich Masterstudent im Studiengang Digitale Medien.
Seit wann kennst Du Spreadshirt und wie bist Du damals auf die Idee gekommen, einen Spreadshirt Shop zu eröffnen?
Ich bin eigentlich schon Jahre lang Mitglied bei Spreadshirt und weiß gar nicht mehr so genau, wie ich darauf ursprünglich aufmerksam geworden bin. Auf dem Marktplatz schwirren jedenfalls einige Motive von mir herum, die sich über die Jahre angesammelt haben. Einen wirklich ambitionierten Shop hatte ich vor Sounds Like Cotton allerdings nicht.
Musik auf T-Shirts kannte ich bisher nur von Bandshirts und Merchandise. Wie bist Du auf die Idee gekommen, visualisierte Töne auf Baumwolle zu bringen?
Ich finde, Musik und T-Shirts passen perfekt zusammen. Beide Medien werden genutzt, um die eigene Persönlichkeit zu unterstreichen und anderen zu zeigen, wie man denkt und fühlt. Wenn man das Shirt einer Band trägt, will man damit ja recht bewusst zeigen “Schaut an, diese Musik höre ich und diese Musik ist ein Teil von mir”. Genau da möchte ich gerne mit Sounds Like Cotton anknüpfen, dabei aber mit der Visualisierung einzelner Lieder noch persönlichere T-Shirt anbieten.
Die konkrete Idee zu dem Shop ist mir vor einigen Jahren in einem Kurs an der Uni über Sound Visualisierung gekommen. Dort konnte ich mir erste Einblicke in das Thema “Musik als Bild” verschaffen und lernen, wie ich Sounddaten für grafische Darstellungen nutzen kann. Zeitgleich gingen mir schon diverse Überlegungen über einen Shop mit persönlich zugeschnittenen Motiven durch den Kopf. Ich war schon immer Fan von digitaler generativer Kunst. Dabei werden Algorithmen genutzt, um Datenbestände in Bilder umzuwandeln. Diese Ansätze fügten sich dann zu der Idee zusammen, ein gesamtes Lied in einem Motiv festzuhalten – sozusagen einen visuellen Fingerabdruck eines Songs zu kreieren.
Zu einem fixen Plan verfestigte sich das Ganze aber erst, als Spreadshirt vor einiger Zeit die API ankündigte. Dadurch war es mir erst möglich, die jeweils individuell berechneten T-Shirt Motive ohne Umwege als fertiges Produkt anzubieten.
Wie hast Du Deine Idee dann letztlich umsetzen können?
Die Visualisierung der Musikstücke habe ich in Actionscript 3, also Flash umgesetzt. Als Entwickler habe ich bei dieser Programmiersprache die Möglichkeit, auf wichtige Daten wie Frequenzverteilung oder Lautstärke der MP3-Dateien zuzugreifen.
Bei der Kommunikation mit der API haben mir vor allem die vielen Beispielprojekte rund um den Simplomat ungemein weitergeholfen. Hier konnte ich mir schnell eine Idee verschaffen, wie ich meine Musik-Motive an die Spreadshirt-Maschinerie weiterleiten und letztendlich wieder in meine Seite einbinden konnte. Wer ein wenig Erfahrung in Javascript mitbringt, sollte sich diese Dinge ruhig mal anschauen.
Wie lange dauerte es von der Idee bis zur Umsetzung?
Es ist wirklich schwer zu sagen, wie lange ich letztendlich an der ganzen Sache gearbeitet habe. Das Projekt lief immer parallel zu meinem Studium und Job, wodurch ich mal mehr, mal weniger Zeit dafür hatte. Daher habe ich mich dann und wann mal wieder rangesetzt, zwischendurch aber auch Wochen oder Monate nichts daran gemacht. So kommt es, dass ich letztendlich seit mehr als einem Jahr an diesem Projekt arbeite.
Vor ein paar Wochen dann habe die Seite dann endlich so weit gebracht, dass ich sie nach vielen Tests online stellen konnte. Letztendlich habe ich durch diese Art der Umsetzung wirklich viel gelernt und bin ein weiteres Stück resistenter gegenüber Problemen geworden, die wohl nur Programmierer haben (unerklärliche Abstürze, Grafikfehler oder sonstige unerwünschte Verhaltensweisen der Seite).
Wie lange dauerte es vom Launch des Shops bis zum ersten Verkauf?
Dank eures Features auf Facebook, welches relativ schnell nach dem Release der Seite von euch gepostet wurde, kam es schon bald zu den ersten Bestellungen. Facebook ist natürlich ein idealer Kanal um die Leute zu erreichen, die sich für Dich und Deinen Shop interessieren. Entsprechend nutze ich Facebook mit der Sounds Like Cotton Fanpage als Hauptsprachrohr zu meiner Kundschaft.
Ebenfalls bietet ein Profil bei Pinterest super Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. Dort ist der ideale Ort für Produkte, die aus der Masse hervorstechen und es damit wert sind, von der Community weitergepinnt zu werden. Das trifft auf die Musik-Visualisierungen von Sounds Like Cotton hoffentlich zu.
Welchen Bezug hast Du zu Musik? Und welchen zu T-Shirts?
Musik spielte schon immer eine wichtige Rolle in meinem Leben. Durch die Arbeit an Sounds Like Cotton habe ich mich in letzter Zeit zwangsläufig auf einer sehr rationalen und technischen Ebene mit Musik beschäftigt und diese auf ihre Hauptbestandteile (Schwingungen, Frequenzen) herunter gebrochen. Umso faszinierender ist es, wie viele Emotionen diese Abfolge von Tönen bei mir und anderen auslösen kann. Musik verbindet Menschen, geht einher mit Lifestyles, Denkweisen und Ideologien. Sie füllt nicht umsonst ganze Konzertsäle und Festivalgelände, wo man mich auch nicht selten finden kann.
Welche Musik hörst Du, wenn Du Inspiration brauchst?
Musikalisch bin ich tatsächlich kaum festgelegt. Ich höre sowohl Rock als auch Elektro, Hip Hop und auch Pop. Ob ich eine Band oder ein Lied mag, entscheidet sich durch vieles, aber nicht zwangsläufig durch das Genre. Mir geht es da glaube ich wie vielen Menschen: Ich verbinde verschiedene Momente meines Lebens mit ganz bestimmten Liedern.
Im Zusammenhang mit dem Shop wird mir in Zukunft wohl für immer die Sängerin Adele im Kopf bleiben. Ihr Album ist alphabetisch bedingt ganz oben in meinem Musikordner und wurde deshalb hunderte Male für meine Tests benutzt.
Die berühmt-berüchtigte Frage: Bist schon einmal einem Unbekannten auf der Straße begegnet, der offensichtlich ein Sounds Like Cotton Shirt trug?
Nein, das bin ich noch nicht. Das wäre angesichts des Alters des Shops aber auch ein echtes Wunder. Wenn es zu diesem Moment kommen würde, könnte ich meinen Drang, diesen Menschen zu umarmen, wohl unterdrücken und ihn lediglich freundlich darauf ansprechen.
Was glaubst Du, wer in Deinem Shop bestellt?
Ich kann mir vorstellen, dass die T-Shirts von Sounds Like Cotton für eine breit gefächerte Zielgruppe interessant ist, gerade was den Musikgeschmack angeht. Die Motive sind stilistisch weitestgehend nicht an irgendeine Musikrichtung gebunden. Dies kann dann eher durch die individuelle Farbwahl geschehen. Ein Bekannter von mir hat sich beispielsweise einen Heavy Metal-Song als rotes Motiv auf einem schwarzen T-Shirt bestellt. Diese Farbkombi wäre bei einem Klassikfan vielleicht eine andere.
Was hast du für die Zukunft geplant? Wie wird sich Sounds Like Cotton weiterentwickeln?
Für die Zukunft sind natürlich weitere Visualisierungsarten für die MP3-Dateien der Besucher geplant. Ich habe da schon einige Ideen im Hinterkopf, die bei Zeiten umgesetzt werden. Außerdem behalte ich ständig das Spreadshirtsortiment im Blick. Vielleicht werde ich die momentane Produktauswahl noch erweitern, sodass man sich sein Lieblingslied nicht nur auf T-Shirt bestellen kann.
Vielen Dank für das Interview, Tim. Besucht Sounds Like Cotton und probiert gleich mal euren Lieblingssong aus!
Shoppen gehen: http://www.soundslikecotton.com/de/
Liken und Teilen: https://www.facebook.com/SoundsLikeCotton/
Pinnen und Repinnen: pinterest.com/soundslkcotton/
P.S.: Hier mein Lieblingssong – ihr dürft raten, was ich da visualisiert habe. Ein Tipp: Die Stoner Rock-Band gibt’s leider seit 1995 nicht mehr 🙁




Geile Idee!!! Endlich mal ein Aufdruck mit Stil und nicht nur blöde Sprüche! Und den persönlichen Bezug kennt nur der Träger – tolle Sache und sehr innovativ!!
hehe… na, das wär doch mal was 😉
Wetten dass… ich Dein Lieblingslied am Shirt erkenne. Bestimmt bald im ZDF!
Das ist wirklich genial und innovativ. Der Shop sieht top aus, echt super umgesetzt! Neben Chapeau und Respekt fällt mir da nur noch Hochachtung ein 🙂
Super Idee und perfekte Umsetzung. Respekt!
Pingback: „Sounds Like Cotton“ bringt Musik auf dein T-Shirt | egoo
Saustarke Idee, tolle Umsetzung – Chapeau.