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Kreativ-Chaos in Person – Asu rockt!

Asu fiel mir voriges Jahr zuerst durch diesen Tweet auf, und kürzlich noch viel mehr, weil sie einen unglaublich coolen Shop bei uns eingerichtet und ihre neue Kollektion vorgestellt hat. Wenn man ihr Blog besucht, stellt man allerdings fest, dass das nur eins ihrer Talente ist. Seit geraumer Zeit füllt sie das nämlich mit amüsanten, offenen und teilweise auch skurrilen Geschichten aus ihrem Leben. Da haben wir direkt mal nachgefragt:
Asu, wie ist das denn so mit dem Internet und dir — wie bist du dazu gekommen, und wie hast du das für dich entdeckt?

Da meine Eltern mit Computern arbeiten, waren wir vermutlich mit unter den ersten Familienhaushalten der Welt, die einen Heim-PC besaßen…. damals noch ohne Internet, aber ich bin schonmal mit dem Ding aufgewachsen. Und natürlich wurde auch das Internet gleich von mir erforscht, sobald es verfügbar wurde. Als ich dann ein unverstandener Teenie (hinten in der Klassenecke dauernd zeichnendes Kapuzenpulli-Mädchen) war, war das Internet natürlich mein bester Freund. Jetzt haben wir eine gesunde symbiotische Beziehung, würde ich mal sagen. Ich schätze die Grenzenlosgkeit und dass man so viele spannende, komplett bescheuerte, informative oder inspirierende Dinge finden kann, ohne dafür eine Weltreise machen zu müssen. (Trotzdem würde ich auch gerne eine Weltreise machen, hehe!) Deswegen trage ich auch gerne aktiv dazu bei, das Internet mit Inhalt zu füllen.

Seit wann betreibst du dein Blog?

Ich blogge seit 2006. Anfangs waren es seltene Einträge alle paar Monate und höchstens 5 Leser. Mit der Zeit wuchs mein Blog, mit ihm meine Leidenschaft am Schreiben und jetzt kann ich mir mein Leben kaum noch ohne ihn vorstellen…. was irgendwie seltsam klingt, wenn ich das so sage. Aber da sowohl “mein kleines Tagebuch”, als auch eine Möglichkeit ist, meine Arbeit unter mehr Menschen bekannt zu machen, ist es eigentlich doch nicht so seltsam. 🙂

Was würdest du Leuten empfehlen, die sich noch nicht so mit “Social Media” auskennen: Was ist deiner Meinung nach besonders wichtig, was sollte man vermeiden?

Eigentlich finde ich, man sollte es locker angehen und nur das davon mitmachen, was einem Spaß macht. Wenn man Lust hat zu twittern oder YouTube-Videos zu drehen, dann ist es cool. Aber wenn man es nur tut, weil man sich dadurch viel Erfolg verspricht, klappt es meistens schlecht. Dann gehört noch eine Menge Glück dazu, denn manchmal mag einen das Internet und manchmal nicht. Davon darf man sich nicht beeindrucken lassen. Trotzdem sollte man IMMER aufpassen, was genau man preisgibt. Es gibt natürlich für jeden andere Grenzen, was einem zu privat ist, aber man sollte sich immer vor Augen führen, ob man genau diese Information irgendwann bereuen wird. Und wenn man sich nicht so sicher ist, dann lieber weniger sagen als mehr. Denn erstens kriegt man diese Info vermutlich nie wieder aus dem Umlauf und zweitens funktionieren Entschuldigungen und Rechtfertigungen im Internet so gut wie garnicht. Und dann natürlich der wichtigste Tipp: Sich nicht davon aufsaugen lassen! Manchmal ist es fast zu einfach. 😉

Du hast eine Neigung zu japanischer Kultur: Woher kommt das Faible für Japan/Tokyo?

Das kam eigentlich durch meine Leidenschaft für Mangas in meiner Jugend. Ohje, “in meiner Jugend” klingt jetzt so, als wär ich steinalt! Ich meine auf jeden Fall vor ca. 10 Jahren. Irgendwie hat es einen schon interessiert, wo diese Geschichten, die man liest, eigentlich stattfinden und so efuhr man mehr über die allgemeine Musik- und Popkultur (und überhaupt Kultur) des Landes. Und vieles davon hat mich ziemlich fasziniert, weil es so viel größer, bunter und übertriebener ist, als hierzulande. Natürlich musste ich dann, sobald die entsprechenden Ersparnisse angesammelt waren, dieses mystische Tokyo mal live angucken und es war tatsächlich genauso groß und beeindruckend, wie ich dachte. Und gerade die ganze Jugendkultur und Mode find ich hammer! Ich stehe einfach auf Sachen, die schreiend auffällig sind.

Was war das erstaunlichste Erlebnis, was dir da in Tokyo widerfahren ist?

Also ich war auf jeden Fall schon sehr erstaunt, mit wieviel Geschmack und Liebe zum Detail sie alle angezogen waren. Es schien tatsächlich so, als könnten sie den allerletzten Trash tragen und es trotzdem so kombinieren, dass es gut oder beeindruckend aussieht. Da steckt sicher viel Arbeit dahinter, sich so zurechtzumachen. Aber Japaner nehmen ja alles, was sie tun, sehr ernst. 🙂 Aber es gab auch ein paar verstörende Anblicke, wie z.B. ältere Männer in Schulmädchen- und Püppchen-Kleidern, die wir am “Sonntags-Treffpunkt” der schrillsten Jugendlichen gesehen haben. (Wie man im Foto unten sieht. XD)

Wer sind deine Vorbilder?

Uff, ich habe viiiieeeele, aber auch niemanden, den ich namentlich nennen könnte. Meine Regale brechen unter haufenweise verschiedenen Artbooks und Modebüchern/-Magazinen zusammen. Und von der Sammlung auf meiner PC-Festplatte will ich gar nicht erst anfangen. Eigentlich ist jeder irgendwie mein Vorbild, der irgendwas kreatives richtig gut macht. Vor allem wenn die Person es schafft, das konsequent als seine Arbeit zu machen und dabei trotzdem noch zu faszinieren, finde ich das sehr bewundernswert.

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Vermutlich ein knalliges Schock-Pink (aber es muss genau der richtige Ton sein), aber ich mag auch Schwarz, Rot, Rosa, sämtliche Regenborgenfarben und an sich FARBEN…. alles was kein monotones Grau-Beige-Gemisch ist.

Wie sieht so ein “typischer Tagesablauf” bei dir aus?

Ich wache auf und denke, dass ich heute früher ins Bett gehen muss, damit ich endlich mal früher aufstehe. Dann trink ich in Zeitlupe meinen ersten Kaffee bzw. frühstücke und setz mich irgendwann an meine Arbeit (meistens am Rechner). Praktischerweise muss man sich als Selbstständiger weder gesellschaftstauglich anziehen, noch irgendwohin fahren. Das ist mir sehr viel wert, denn ich arbeite am liebsten im Pyjama. Dort verbring ich fast den ganzen Tag und dann lass ich mich abends von meinem Freund mit was Leckerem bekochen und schaue mir Filme oder Serien an. Klingt jetzt irgendwie nicht glamourös genug…. Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich durch die Stadt renne, shoppe, feiern, oder zu viel zu lauten Konzerten mit Gröhlen und Gitarrengeschrammel gehe und Menschen treffe. Mit dem dazugehörigen aufwändigen Styling davor, damit die Menschen auf der Straße reihenweise umfallen! Und dann gibt es auch Tage, an denen ich nur faul auf der Couch gammel und Videospiele zocke.

Was war dein größter Erfolg bisher?

Hm, ich könnte erzählen, dass ich schon Bilder auf Stabilo Markern hatte und Manga-Bücher veröffentlicht habe…. oder dass ich die große Ehre hatte, an dem Design eines größeren Animationsfilms mitzuarbeiten. Aber ich glaube, mein größter Erfolg wird sein, wenn ich endlich sagen kann, dass ich selbstständig arbeite und mache, was ich liebe. Und damit meinen Lebensunterhalt verdienen kann. Wenn’s so weit ist, klopf ich mir auf die Schulter.

Was war dein peinlichster Moment?

Uff…. es gab bestimmt einiges, was mit Alkoholkonsum zu tun hatte, aber wer erinnert sich schon daran? Oder deutsche Artikel!! (In Russisch gibt es keine Artikel!) Die bringen mich nach fast 15 Jahren in Deutschland trotzdem immer wieder in kleine, peinliche Situationen. Sie wurden definitiv von Sadisten erfunden!

Was wolltest du schon immer mal gefragt werden?

Was machst du jetzt eigentlich alles? Da blickt doch kein Mensch durch!

Und was wäre die Antwort auf diese Frage?

Ich zeichne Illustrationen und Comics, designe T-Shirts, blogge, mache Webdesign für spannende Kunden und außerdem noch Flash-Spiele! WOAH! Ich bin das Kreativ-Chaos in Person…. ich glaube, das merkt man. 🙂

Vielen Dank für das Interview! Übrigens haben wir noch ein kleines Extra für euch — in Kürze gibt es das heutige Spreadvent Türchen, wo wir 3 Shirts von Asu verlosen.

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. “Und gerade die ganze Jugendkultur und Mode find ich hammer!” – i agree !!
    HARAJUKU 🙂
    mein lieblingsmanga-heldin ist ran kotubuki …