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Bestechlichkeit in Modeblogs: Auf der re:publica diskutiert

Die re:publica ist nun leider schon wieder vorbei. Es waren drei super spannende Tage, mit viel Input, vielen re:Ideen, spannenden Vorträgen und einer Menge Spaß.

Wir haben auch mal die Möglichkeit genutzt, einige Vorträge und Diskussionsforen zu besuchen. Eines davon trug den Titel „Wenn Prada Pakete schickt“ und handelte von Modeblogs. Also irgendwie ganz passend zu Spreadshirt.

Thematisch wurde die Richtung des journalistischen Standards in Blogs allgemein diskutiert sowie die „Bestechlichkeit“ der SchreiberInnen, wenn sie Goodies von Marken erhalten. Diese werden oft als kleine “Entscheidungshilfen” verschickt, wenn über die jeweiligen Produkte geschrieben werden soll. Was eher als korrupte Vorgehensweise betitelt werden kann.

In der Diskussionsrunde anwesend waren vier TeilnehmerInnen sowohl aus der Digitalen Welt als auch aus dem Printbereich: Mahret Kupka, Journalistin und Bloggerin, Mary Scherpe , die unter anderem das Blogprojekt „Stil in Berlin“ fotografisch festhält, sowie Julia Knalle, eine der Mädels von Les Mads und Tillmann Prüfer, der unter anderem für das ZEIT Magazin tätig ist.
Die Diskussuion war eher seichterer Natur und konnte die Frage eines journalistischen Standards oder gar einer journalistischen Unbestechlichkeit auch nicht wirklich klären!

Innerhalb dieser Stunde konnte aber eine Veränderung hinsichtlich des Standards herauskristallisiert werden. Mir kam es so vor, als ob Tillmann Prüfer, der für die starke Marke ZEIT schreibt, ein manifestes Pendat zu den anwesenden Bloggerinnen darstellte. Prüfer, der bei der ZEIT beispielsweise keine Geschenke über einen Wert von 30 EUR annehmen darf, steht im direkten Gegensatz zu Julia Knalle, die gerne ab und an über zugesandte Produkte schreibt – natürlich nur unter der Voraussetzung, dass diese ihren Vorstellungen von Trend und Schick entsprächen. Strikte Regeln wie bei der ZEIT gibt es in diesem Sinne daher nicht. Genauso allerdings verreiße sie Präsente oder schreibe erst gar nicht über diese, wenn sie ihr nicht 100%ig zusagen sollten. Aber ist das denn ein legitimer Standard? Darf solch eine Subjektivität vorherrschen? Wollen wir Leser an der Nase herumgeführt werden und uns außerdem fragen müssen, ob der Schreiber gerade wirklich seine eigene Meinung kundtut oder nur darüber schreibt, um einen erfolgreichen Blog führen zu können?

Außerdem handelte es sich bei den anwesenden Bloggerinnen um Personen, die mit ihren Blogs Geld verdienen können. Es gibt aber genügend Blogger, die ihre Leidenschaft des Schreibens nur als Hobby ausüben und auf diverse Zusendungen dieser Art angewiesen sind. Marken werden sich diesem Hintergrund auch bewusst sein und genau aus diesem Grunde den Kanal der Blogs ausnutzen. Innerhalb der Diskussion konnte das Publikum keine eindeutige Antwort auf die Frage geben.
Wir seht ihr das? Akzeptiert ihr diese Veränderung, wollt ihr sie gar? Oder kommt das schlichtweg auf den Blog und die Schreiber an? Oder wird die Diskussion um Bestechlichkeit in Blogs schlichtweg dramatisiert?

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Wir hattens gestern ja bereits kurz diskutiert — das Thema “Wie behalte ich meine Glaubwürdigkeit” ist an sich nichts neues in der Blogosphäre, und ich glaube ein Faktor warum so wenige Blogger eine vergleichsweise lange Zeit “oben” bleiben, hat damit zu tun dass man ggf. nicht weiß, wie man mit solchen Themen umgeht.
    Letztlich ist es meiner Meinung nach entscheidend, dass man sich selbst treu bleibt, und solange es für einen (und damit wahrscheinlich auch für die Leser) relevant ist, können Tipps für Blogger in vielerlei Form ankommen. Interessant finde ich in dem Fall v.a. den “Twist”, dass man in einem Modeblog ein Stück weit davon ausgeht, dass Waren vorgestellt werden, und dass es auch viel um Image geht.

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