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KI und Designs: Dos & Don’ts  

KI und Designs: Dos & Don’ts  

Künstliche Intelligenz aka KI ist aus vielen kreativen Arbeitsfeldern nicht mehr wegzudenken. Wie Du sie für die Erstellung Deiner Designs auf unseren Plattformen nutzen kannst, erfährst Du hier.  

Dass künstliche Intelligenz (KI) die Welt in den vergangenen Jahren im Sturm erobert hat, kann getrost als Understatement bezeichnet werden. Spätestens seit der Inbetriebnahme von „ChatGPT“ sorgt die Technologie vielerorts für reichlich Gesprächsstoff. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit und der fortlaufenden, rapiden Weiterentwicklung war es bloß eine Frage der Zeit, bis sie über ihren ursprünglichen Anwendungsbereich im Rahmen von Chatbots und textbasierten Nachrichten hinaus auch anderweitig zum Einsatz kommen würde – unter anderem zur Erstellung und Bearbeitung von Bildmotiven.  

Programme wie DALL-E oder Midjourney, die sich KI-Technologie zunutze machen, ermöglichen ihren Nutzer*innen einen unkomplizierten und schnellen Zugang zu einer schier unendlichen Anzahl an einzigartigen Designs, die sich auch für die Verwendung als Druckmotive eignen. Zwar haben selbsterstellte Designs oftmals einen einzigartigen Charme und eine persönliche Note, die KI-generierte Designs bisweilen vermissen lassen, nichtsdestotrotz haben solche Motive unserer Auffassung nach ihre Daseinsberechtigung. 

Aus diesem Grund und weil uns diese Frage ohnehin seit geraumer Zeit aus Teilen unserer Partner*innen-Community gestellt wird, nutzen wir an dieser Stelle die Gelegenheit, um festzuhalten: 

Sofern die Nutzungsbestimmungen des jeweiligen Anbieters eine uneingeschränkte, kommerzielle Verwendung gestatten, kannst Du Designs, die Du mithilfe eines KI-Bilderzeugungsprogramms erstellt hast, auf unserer Plattform hochladen und auf sämtlichen Verkaufskanälen veröffentlichen – also sowohl auf dem Marktplatz als auch in einem eigenen Spreadshop. Dabei gilt es jedoch ein paar wichtige Faktoren zu beachten. 

Da wären einerseits die rechtlichen Rahmenbedingungen, die selbstverständlich auch für solche Designs gelten, die mithilfe einer KI erstellt wurden. Zwar übernimmt in diesem Fall die KI die Konzipierung und den Erstellungsprozess, die erstellten Motive können dennoch rechtsverletzend sein. Als Plattformnutzer*in bist Du weiterhin für die Inhalte verantwortlich, die Du bei uns veröffentlichst. Ausführlichere Informationen zum Thema „Copyright“ findest Du hier. 

Des Weiteren müssen Deine Designs nach wie vor im Einklang mit unseren Community Standards stehen. 

Zu guter Letzt gibt es gewisse qualitative Anforderungen, die wir an sämtliche auf unserer Plattform veröffentlichen Designs haben und die der eigentliche Anlass für diesen Beitrag sind. Wir haben feststellen müssen, dass es bezüglich solcher Designs, die mithilfe einer KI erstellt wurden, wiederkehrende Probleme gibt. Diese möchten wir im folgenden Teil erläutern. Dadurch bleibt Dir die Eventualität einer Design-Ablehnung hoffentlich erspart. 

Inhaltliche Probleme

1. Rechtschreibung und Grammatik 

Obwohl die einschlägigen KI-Bilderzeugungsprogramme teilweise sehr beeindruckende Grafiken generieren, sind etwaige Textelemente in puncto Rechtschreibung und Grammatik derzeit leider noch nicht über alle Zweifel erhaben. Dies kann bisweilen zu den wildesten Buchstabensalaten führen, die für potenzielle Kund*innen wenig reizvoll sind. Da Rechtschreib- und Grammatikfehler die Ablehnung der jeweiligen Designs zur Folge haben, empfiehlt es sich, die textlichen Elemente vor der Veröffentlichung sorgfältig auf ihre Richtigkeit zu prüfen oder sie eigenhändig in einem Grafikprogramm hinzuzufügen.

                            Rechtschreibfehler                                                                            Korrektur 

2. Inhalt und Logik  

Ein weiteres Problem, auf das wir des Öfteren stoßen, sind sogenannte „Logikfehler“. Beim genaueren Betrachten des Beispieldesigns fällt auf, dass sich die KI offenbar noch nicht allzu gut mit der menschlichen Anatomie auszukennen scheint oder sich zumindest unsicher ist, wie sie die einzelnen Finger einer menschlichen Hand abbilden soll. Bei selbstgezeichneten Motiven würden wir dem/der Künstler*in ein gewisses Maß an künstlerischer Freiheit einräumen, aber in diesem Fall scheint das Ergebnis ungewollt und ist höchstwahrscheinlich auf die „Unwissenheit“ der KI zurückzuführen. Um eine Ablehnung zu vermeiden, ist es somit sinnvoll, die von diesem oder vergleichbaren Problemen betroffenen Designs vor der Veröffentlichung zu überarbeiten und entsprechend zu verbessern. 

Beispiel „Logikfehler“ – ungewöhnlich viele Finger

2. Gestalterische Probleme

1. Verpixelt und/oder unscharf 

Die Nutzung eines Großteils der einschlägigen KI-Bilderzeugungsprogramme ist mit einem gewissen Maß an Kosten verbunden. Zwar bieten einige Entwickler*innen neben der zahlungspflichtigen auch eine kostenlose Version ihres Programmes an, jedoch sind die Ergebnisse aus qualitativer Sicht häufig wenig ansehnlich. Das liegt primär an der geringen Pixelanzahl, mit der diese Designs erzeugt werden, die in den meisten Fällen bei circa 1000 Pixeln pro Kantenseite liegt. Dadurch wirken diese Designs teilweise etwas „verpixelt“. Versucht man dieses Problem durch die bloße Erhöhung der Pixelanzahl zu beheben, dann entsteht dabei oftmals eine gewisse Unschärfe, die im Druck zu suboptimalen Ergebnissen führt.  

Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Designs von vornherein in einer höheren Auflösung zu erzeugen – idealerweise mit einer Kantenseite von mindestens 1000 bis maximal 4000 Pixeln. Eine sinnvolle Alternative wäre ansonsten die nachträgliche Vektorisierung der Designs oder deren Umwandlung in ein Halbtonraster, welches sich besonders für halbtransparente Bereiche, bspw. an den Design-Rändern, eignet.

                  Verpixelt / unscharf –> Nach Vektorisierung  –>  Als Halbtonraster (sog. Bitmap-Grafik)

2. Hintergrund entfernen 

Da mittels KI erzeugte Designs des Öfteren mit unschönen Hintergründen aufwarten, ist es eigentlich unvermeidlich, sie zunächst in einem Grafikprogramm zu bearbeiten, um sie von ihrem Hintergrund „freizustellen“. Bei sorgfältiger Bearbeitung sollten keine Hintergrundreste mehr zu erkennen und die Konturen des Designs sauber gestaltet sein. Um dies zu gewährleisten, ist eine manuelle Vorgehensweise erfahrungsgemäß mitunter unverzichtbar. Zwar bieten sowohl KI- als auch Grafikprogramme automatisierte Funktionen an, die den Prozess vereinfachen und weniger zeitaufwändig werden lassen, die Ergebnisse sind jedoch selten zufriedenstellend und sollten daher abschließend geprüft werden, damit letzte Makel ggf. händisch behoben werden können. 

Beispiel eines unsauber freigestellten Designs -> Dasselbe Design, sauber freigestellt

Sind sämtliche Hintergrundreste entfernt und die Motivkonturen sauber gestaltet worden, können die Designs hochgeladen und veröffentlicht werden. Dann sollte einer Freigabe (aus qualitativer Sicht) nichts im Wege stehen und Deine Kund*innen können sich an optimalen Druckergebnissen erfreuen.  

Du weißt jetzt, wie Du KI zur Erstellung Deiner Designs auf unseren Plattformen optimal nutzen kannst? Perfekt! Sollten noch Fragen offen sein, stelle sie gern im Forum oder in den Kommentaren. 

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8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Es wird immer Kunst als menschliche Ausdrucksform geben, die eine KI nicht kann. KI kann nur nachempfinden. Trotz allem ist die Erstellung von Kunst jedweder Form ein schöpferischer Prozess. KI generierte Motive/Designs ist nicht 2.Klasse. Wenn “menschen gemachte” Kunst nicht gefällt, dann gefällt sie nicht. Auch Künstler haben die Möglichkeit KI zu nutzen und können aufgrund ihres ästhetischen bzw. künsterlischen Empfindens ganz andere Werke herstellen.

    • Ich muß da was korrigieren. KI kann nicht “nachempfinden”. Sie kann nur auf Anweisung etwas generieren.

  2. Das Logikfehler-Beispiel mit den ungewöhnlich vielen Fingern ist eindeutig Einschränkung künstlerischer Freiheit.

    Definiert man “Kunst” als artistischen Ausdruck einer Person, schränkt ihr damit den Künstler ein seinen Darstellungsmöglichkeiten ein. Wenn ihr das nicht wollt, dann kommuniziert das bitte klipp und klar. Aber vermittelt euren Designern, denen ihr den Erfolg eurer Plattform überhaupt erst verdankt, nicht den Eindruck, sie seien frei in ihren Entscheidungen und macht dann am Ende das, was ihr persönlich für “besser” erachtet.

    Am Ende ist es genau dieser eine zusätzliche Finger, der die Linie zieht zwischen Künstlerischer Darstellung und individueller Erwartung.

  3. Hi!

    Wie sieht das mit einer Kennzeichnung für KI generierten Bilder aus?
    Viele Plattformen bieten das schon an – auch zum eigenen Schutz.
    Wird das auch kommen? Und können dann Kunden danach Filtern?

    Beim Hochladen eines Designs kann dann ja die Frage auftauchen, ob KI verwendet wurde?

    Beste Grüße
    Chris

    • ja fände es gut wenn echte künstler eine chance hätten gefunden zu werden und es eine unterscheidung zwischen KI verwendet oder selbst erdacht und mit der Hand entworfen. Sonst macht die Arbeit kein Spass mehr auf einer Welle mit KI Kunst zu arbeiten

    • Ist auch ein wichtiges Thema! Linkedin macht das ja zum Beispiel neuerdings. Aber es ist auch ganz einfach das zu umgehen – dazu muss man nur die Metadaten des Bildes entfernen.

      Ich finde immer so verrückt, dass DALL-E in Sekundenschnelle komplexe Bilder zaubert, dann aber auch einfache Kommandos “die weiße Katze bitte schwarz” nicht klarkommt.

      Aber die Entwicklungen gerade sind trotzdem sehr krass und beeindruckend. Hoffen wir nur, dass da nicht die Kreativschaffenden unter die Räder kommen.

    • Was spielt das für eine Rolle. Oberste Prämisse ist doch, ob dir ein Motiv gefällt oder nicht und nicht von wem oder was es erstellt wurde. Funktioniert dein eigener Filter nicht mehr?

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