
Daniel von Elbtunnelblick verrät uns im Interview, dass er mit dem Verkauf von Marktplatzmotiven und seinem eigenen Spreadshirt Shop inzwischen ganz gutes Geld verdient. Lest selbst, wie er das schafft!
Erzähl doch mal kurz wer Du bist und worum es in Deinem Shop / Marktplatzprofil so geht?
Moin, ich heisse Daniel, bin eigentlich Kommunikationsdesigner und wohne in Hamburg. Mein Shop ist eigentlich nur nebenbei entstanden, während ich Produkte für den Marktplatz gestaltet habe. Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Produktion von Marktplatzmotiven. Obwohl ich meinen Shop nicht pflege oder bewerbe, hatte ich bereits über 20.000 Besucher. Davon sind aber nur 6 Kunden geworden. Ich führe das auf meine mangelnde Bereitschaft zurück, den Shop zu pflegen. Da herrscht pures Chaos.
Wie bist Du auf die Idee gekommen – gab es eine Inspiration oder einen Anlass? Sind Deine Motive von Dir gestaltet oder von anderen Designern auf dem Marktplatz?
Ich verkaufe ausschliesslich eigene Motive, da ich meine Umsätze nur auf dem Marktplatz erziele. Die Ideen ziehe ich einerseits aus dem aktuellen Geschehen, andererseits vermarkte ich hier Grafiken, die ich sowieso auf der Festplatte liegen habe.
Wann hast Du Deinen Shop / Marktplatzprofil eröffnet?
Puhh, da muss ich erstmal nachschauen. Meine Spreadshirt-Infizierung begann am 18.06.2008.
Beschreib einmal wie es angefangen hat und wo Du jetzt stehst – investierst Du noch genauso viel Zeit wie am Anfang oder sogar noch mehr Zeit in Deine Spreadshirt Verkäufe?
Nach meinem Studium war mir klar, dass ich nie in einer Werbeagentur arbeiten möchte, da mir die Arbeitsbedingungen in der Branche missfielen. Daher suchte ich nach meinem Studium nach Möglichkeiten mein grafisches Geschick selbst vermarkten zu können. Dabei bin ich unter Anderem auf Spreadshirt gestossen.
Anfangs hatte ich das Spreadshirtkonzept noch nicht ganz verstanden und habe testweise ein paar Grafiken von meiner Festplatte hochgeladen, die meiner Meinung nach auch für Shirts geeignet waren. Alles verschlagwortet, auf den Marktplatz eingestellt und ca. 8 Wochen die Hände in den Schoß gelegt. In dieser Zeit hatten meine 6 Grafiken über 100 Euro erwirtschaftet. Das hat mich damals angespornt noch mehr hochzuladen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich in den restlichen Monaten des Jahres 2008 mehr Zeit in Spreadshirt investiert.
Im Jahr 2009 kamen allerdings neue Projekte aus der Offline-Welt auf mich zu, weshalb sich mein Spreadshirt Engagement auf das registrieren der Verkäufe reduzierte.
Heute lade ich immer mal wieder ein Motiv hoch, wenn etwas aus meiner Arbeit als Kommunikationsdesigner abfällt oder ich eine simple Idee habe. Der zeitliche Aufwand ist mittlerweile sehr gering. Vielleicht 10 Stunden im Monat. Anfangs war das anders. Da war Spreadshirt für mich ein Full-Time-Job. Speziell das Einstellen auf den verschiednen Marktplätzen hat über einen Monat gedauert.
Wie war es, das erste Mal etwas zu verkaufen? Wann war das, was dachtest Du und wie fühlt es sich heute an?
Ein grandioses Gefühl, da ich anfangs sehr skeptisch war überhaupt etwas Geld verdienen zu können. Wer bestellt denn Shirts im Internet? Es gibt doch zig tausend Varianten von Shirts in deutschen Kaufhäusern. Aber ich habe mich gefreut, dass jemand mein Design so gut fand, dass er bereit war dafür Geld auszugeben. Und dann war da noch jemand, der 14 Shirts auf einmal bestellt hatte, was mich zusätzlich motivierte. Das war in den ersten 8 Wochen meiner Mitgliedschaft.
Heute freue ich mich immer noch über jeden Verkauf, allerdings rechne ich mittlerweile auch mit den Einnahmen. Jeden Morgen checke ich am Frühstückstisch, was der vergangene Tag eingebracht hat. So beginnt jeder Tag schonmal etwas entspannter, da man ja schon beim Frühstück Geldeingänge registrieren kann.
Verfolgst Du ein Ziel mit Deinem Shop – geht es um die Weltherrschaft, ein bissl Taschengeld oder eher um die Verwirklichung von Deinen Ideen?
Das Ziel ist klar. Geld verdienen. Ich bin kein Überzeugungsdesigner, der sich nur einem Thema widmet oder sich allein darüber freut, wenn einem das eigene Motiv über den Weg läuft. Spreadshirt ist ein Business-Modell. Daher geht es für mich klar ums Geld verdienen. Ich gehe jedes Thema an, wo ich Potential sehe. Anfangs war es mein Traum jeden Monat bedingungslose 1000 Euro aus dem Internet zu erwirtschaften um entspannt durch die Welt reisen zu können. Mittlerweile hat sich mein Leben aber so verändert, dass ich die dauerhafte Weltreise nicht mehr unternehmen werde. Ich bin über die vergangenen Jahre sesshafter geworden (Partnerin, gastronomischen Betrieb gegründet, Hauskauf etc.). Zumal ich das Ziel immer noch nicht erreicht habe, 1000 Euro pro Monat aus Spreadshirt zu ziehen.
Was machst Du, um dein Ziel zu erreichen, wie vermarktest Du Deinen Shop? Reinvestierst Du vielleicht Deinen Gewinn in Marketingaktionen?
Mittlerweile habe ich das Ziel schon aus den Augen verloren. Ich freue mich einfach, dass ich damals so viel Zeit investiert habe und davon monetär immer noch profitiere. Jetzt ernte ich die Früchte meiner Arbeit von damals – und das bedingungslos. Wie schon geschrieben investiere ich in meinen Shop gar keine Zeit und lade ab und an mal ein neues Motiv hoch.
Was machst Du beruflich oder ist die Arbeit im Shop sogar Deine Hauptbeschäftigung?
Ich wurschtel mich so durch, wie die meisten von uns 30jährigen. Eigentlich bin ich Kommunikationsdesigner. Aber darauf bin ich nicht festgelegt. Manchmal mache ich als Kommunikationsdesigner kleinere Projekte für befreundete Gewerbetreibende, die ich auch persönlich kenne und schätze. Mit fremden Auftraggebern ist mir die Arbeit zu mühselig und meistens eine reine Nerverei. Nebenbei beliefere ich noch die Microstockindustrie, betreibe einen Blog über “Grundeinkommen für Kreative” ünd besitze einen kleinen Gastrobetrieb in Hamburg. Ansonsten bin ich ziemlich rastlos und suche nach neuen Herausforderungen.
Was gönnst Du Dir von Deinen Spreadshirteinnahmen – die Miete, ab und zu einen Kinobesuch oder Urlaub oder gar den nächsten fahrbaren Untersatz?
Was ich mir von den Spreadshirt Einnahmen leiste, kann ich gar nicht sagen. Die Einnahmen vermischen sich mit den anderen Einkünften und davon lebe ich. Ich bin ein Freund der Transparenz. Daher veröffentliche ich in meinem Blog Elbtunnelblick regelmäßig die Geldeingänge aus den verschiedenen Internet-Quellen. In Deutschland ist es sehr ungewöhnlich über genaue Geldbeträge und Einkommen zu sprechen. In Schweden kann jeder erfahren, was sein Nachbar oder der Politiker aus seinem Wahlkreis verdient. Das finde ich gut und daher bin ich ziemlich offen über meine Einkommensverhältnisse zu sprechen.
Ich habe über meinen Blog nie neidische Kommentare bekommen oder wurde der Prahlerei bezichtigt. Vielmehr merke ich, wie sich meine Leser dadurch angespornt fühlen gleiches zu erreichen. Das ist doch ein positiver Effekt.
Nun also Butter bei die Fische: Im Jahr 2010 habe ich 4046 Euro Netto aus meinem Spreadshirt Engagement bekommen. Was das pro Monat bedeutet, kann sich jetzt jeder selbst ausrechnen. Ich werde dadurch nicht reich, aber es macht das Leben etwas sorgloser 😉
Gibt es noch etwas, wovon Du vielleicht kurz erzählen magst, was wir vergessen haben zu fragen? Gibt es eine Besonderheit oder hast Du ein ganz spezielles Anliegen?
Ich würde mich freuen, wenn es bei Spreadshirt eine einfachere Verwaltungsmöglichkeit der verschiednen Marktplätze gäbe. Super wäre es, wenn man bei der Verschlagwortung der Motive / Produkte verschiedene Keyword-Eingabe-Masken für die einzelnen Länder hätte, die man durch ein Häkchen an der Keyword-Eingabe-Maske aktivieren kann. Denn die Pflege der einzelnen Marktplätze ist viel zu arbeitsintensiv und dadurch m.E. unwirtschaftlich für den Designer. Im Statistikbereich fehlt mir der Punkt “zu erwartende Gutschriften”, der die ausstehenden Provisionen aller Verkäufe zusammen fasst.
Ansonsten kann ich nur jedem raten, eine gute Portion Ausdauer mitzubringen um mit Spreadshirt einigermaßen erfolgreich zu werden. Man bekommt nur etwas, wenn man auch etwas investiert. – Nämlich Zeit. Und je mehr man investiert, desto mehr bekommt man zurück.
Hier geht`s zum Elbtunnelblick-Blog.
Hier findet ihr die Marktplatz-Motive von Daniel.
Hier geht`s zum Shop von Elbtunnelblick.


Klasse Idee mit den Spreadshirts, kannte ich noch nicht, hallo 2012! =)
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Vielen Dank und besuchen Sie doch auch mal unsere Ferienwohnung
Moin Daniel…
DANKE für Deine sachlichen Antworten und die Einsicht in Deine Zahlen (weiter unten gewähre ich auch eine)! Ich werde Dein Interview direkt meiner Frau zeigen… Ich versuche ihr nämlich seit Jahren zu erklären dass sich die viele Zeit, die ich momentan noch in Spreadshirt und alles drum herum investiere, irgendwann auszahlen wird!;) Ich widme mich meinem Projekt http://www.Sags-mit-Deinem-Shirt.de schon seit Anfang 2007. Bei Dir hat es sich wahrscheinlich so ergeben dass Du heut kaum noch Zeit mit Deinen Shops verbringst. Bei mir war das von Anfang an der Plan, nur erreicht habe ich ihn nach 5 Jahren noch nicht. Ursprünglich dachte ich mit meiner Seite und den eingebetteten Designer Shops Geld zu verdienen, heute habe ich auch das Potential des Marktplatzes entdeckt und verdiene fast ausschließlich darüber mein “wunderschönes Nebeneinkommen”! Genau wie Du lasse ich mich jeden Morgen von meinen eMails überraschen was der vorherige Tag so gebracht hat und meistens steigert es meine Laune! 🙂
In 2011 habe ich gut 500 Euro netto mit Spreadshirt verdient (mit lediglich gut 30 Marktplatz Motiven!), aber die Zahlen werden GRÖßER! 😉 Die in ein paar Tagen erwartete erste Zahlung für 2012 beträgt fast 400 Euro!!!
Also Leute macht weiter und glaubt an euch und eure Ideen!
Wirklich ein sehr interessanter Artikel mit ehrlichen Sichtweisen. Sehr gute finde ich auch, dass man nicht pauschal sagt, wer so einen Job hat wird reich 😉 Einfach sachlich alles auf den Punkt gebracht. Danke für den Einblick in die Arbeitsweise.
gutes Interview, schön mal ein paar Zahlen zu sehn!
Das hört sich spannend an. Ich glaube ich werde auch mal den Verkauf von eigenen Motiven auf meiner Seite versuchen. Ein paar Test-Shirts habe ich für mich selbst schon bestellt.