Meet a Spreader, das eigentlich offiziell Mitarbeiter im Gespräch heißt, wie ich jetzt gelernt habe, ist zurück. Ganz egal unter welchem Namen, Hauptsache es gibt von nun an wieder regelmäßige Frage-Antwort-Runden mit unseren Mitarbeitern im Blog. Als kleinen Vorgeschmack auf das, was euch erwartet, konntet ihr bereits ein Interview mit Phil verfolgen. Er hat unseren Global Production Manager Jürgen Gauger für das erste offizielle Mitarbeiter im Gespräch vorgeschlagen.
Weil ich diesen Wunsch natürlich gern erfülle, stell ich euch heute Jürgen vor. Was ein Global Production Manager ist und was man zu tun hat mit solch einem langen Titel, berichtet Jürgen euch am besten selbst. Erfahrt außerdem wo Jürgen sein persönliches Paradies gefunden hat, und warum er trotz langer Arbeitszeiten und nächtlicher Notfallanrufe kein Problem hat am nächsten Morgen wieder mit einem Lächeln auf Arbeit zu gehen.
Wie lang bist Du schon bei Spreadshirt und was genau ist Deine Aufgabe?
Ich bin jetzt seit anderthalb Jahren bei Spreadshirt als Global Production Manager. Was das genau heißt ist eine gute Frage. Ich bin für das gesamte operative Geschäft in unseren drei Produktionsstandorten Leipzig, Legnica und Greensburg zuständig. Alles was bei Spreadshirt mit der Produktion und den dafür zuständigen Mitarbeitern sowie der Technik zu tun hat, liegt in meiner Verantwortung. Die Produktion in den USA ist recht selbstständig aufgrund der Entfernung, dort kümmer ich mich vor allem um die administrativen Aufgaben im Hintergrund, Personalplanung und –entwicklung , unterstütze mit Ersatzteilen und passe den Standort technisch dem ständig steigenden Produktionsvolumen an. Wenn es sich um kleine Reparaturen handelt, kommt es auch mal vor, dass wir aus Leipzig mit einer Videoliveschaltung helfen, um schnellstmöglich Maschinenfehler zu lokalisieren und beheben zu können. Allgemein gefasst, achte ich auf einen möglichst reibungslosen Ablauf in der Produktion, dass zu den Saisonzeiten genug Leute eingearbeitet sind und, dass die Qualität konstant hoch bleibt. Die Produktion bei Spreadshirt läuft saisonal ab, das heißt, wir brauchen Weihnachten beispielsweise viel mehr Arbeitskräfte als im Frühjahr. So etwas muss man schon vorher planen, damit wir rechtzeitig Leute suchen und die auch richtig eingearbeitet sind wenn es los geht.
Mein Büro ist hier in Leipzig, ich bin aber auch häufig in Polen vor Ort und etwa drei Mal im Jahr in Greensburg, um dort nach dem Rechten zu schauen. Es ist mir wichtig möglichst häufig in den Produktionen zu sein, um die Entwicklungen dort mitzubekommen. Probleme in einer Produktion können entweder mit Hilfe der Erfahrung von den anderen Standorten gelöst werden oder tragen dazu bei, dass sie in den anderen Produktionen gar nicht erst auftreten.
So ein Tag bei dir ist sicher ziemlich vollgepackt mit Terminen, wenn du die Verantwortung für die Produktionen in drei Ländern hast. Was ist das Erste, was du jeden Morgen machst, wenn du in dein Büro kommst?
Als aller erstes check ich die Zahlen für alle drei Produktionen. Was wurde gestern erreicht. Sind vielleicht noch Bestellungen für heute liegen geblieben, die gleich als erstes aufgearbeitet werden müssen. Wie viele Bestellungen kamen seit gestern Abend neu rein. Dann kann ich gleich am Morgen noch mit Legnica telefonieren oder nach Greensburg mailen, falls mir irgendetwas aufgefallen ist oder wir etwas verändern müssen aufgrund der Zahlen. So verschaff ich mir schon mal einen Überblick über den Tag.
Geht dein Tag auch nach diesem Plan weiter? Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Jeder Tag ist anders. Einen wirklichen Ablaufplan gibt es da nicht. Manchmal läuft es den ganzen Tag entspannt und ohne Probleme und abends kommt dann ein Anruf und plötzlich muss alles ganz schnell gehen. Durch die Zeitverschiebung fängt die Arbeit in den USA ja erst an, wenn wir hier schon fast Feierabend machen. Da kommt es auch mal vor, dass ich abends noch von zu Hause aus telefoniere, weil es zeitlich nicht früher in Greensburg möglich ist. Prinzipiell stehe ich in ständigem Telefonkontakt mit beiden Produktionen.
Wie bist Du zu Spreadshirt gekommen?
Zu Spreadshirt bin ich über einen Headhunter gekommen. Die Stelle des Global Production Managers sollte gerade neu besetzt werden und Spreadshirt hat für die Suche jemanden beauftragt. Ich kannte das Unternehmen bis dahin nicht, war aber von der Idee recht schnell begeistert. Ich hab vorher sieben Jahre bei Kodak gearbeitet und dort ähnliche Aufgaben übernommen. Da die neue Technik recht überschaubar war, war auch das kein Hindernis. Außerdem habe ich sehr viel Potential in diesem neuen Job gesehen. Spreadshirt ist in den Jahren zuvor sehr schnell gewachsen und dabei ist die Struktur in der Produktion ein bisschen auf der Strecke geblieben. Und Strukturen aufbauen würde ich zu meinen Stärken zählen. Bis ich bei Spreadshirt angefangen habe, wurden die Produkte in Deutschland beispielsweise noch in Kartons verschickt. Als ich das erste Mal in Greensburg war, hab ich mitbekommen, dass dort alles in Tüten verpackt wird. Das spart Geld, Lagerfläche, Zeit — und bringt weniger Verpackungsmaterial für den Kunden. Also haben wir die Tüten auch in Europa eingeführt.
An welchen Richtlinien misst du den Erfolg der Produktion?
Es gibt drei wichtige Faktoren, die man immer betrachten sollte und an denen ich auch meine Arbeit ausrichte: Das sind Kosten, Qualität, Lieferung. Mein Ziel ist es, die Kosten möglichst gering zu halten und dabei trotzdem die Qualität zu steigern oder hoch zu halten. Trotz gewünschter Qualität soll die Bestellung aber so schnell wie möglich bei den Kunden ankommen.
Welche Musik läuft gerade in deinem Auto?
Gerade fahr ich mit Aswad. Das ist eine britische Reggae Truppe. Die sind zwar nicht meine Lieblingsband, aber die vermitteln so ein herrliches Sommergefühl.
Wo trifft man Dich, wenn Du nicht gerade bei Spreadshirt bist?
Eigentlich reise ich sehr gern und viel. Ich war zum Beispiel mal mit dem Rucksack für drei Monate in Asien unterwegs, als Ausgleich zu meinem sonstigen Alltag. Doch dafür bleibt momentan nicht viel Zeit. Den Großteil meiner momentan verbleibenden freien Zeit verbring ich mit meinem zweijährigen Sohn und meiner Freundin. Sonst geh ich ab und zu mal Laufen und mach so noch ein bisschen Sport.
Hast du bei deinen Reisen einen Ort gefunden, zu dem du jeder Zeit wieder zurückkehren würdest?
(Wie aus der Pistole geschossen) Ko Phangan in Thailand. Auf meinem Schreibtisch steht ein Bild, das ich mir angucke, wenn es hier mal drunter und drüber geht oder ich eine Pause brauche. Dann denke ich daran, wie es wäre jetzt in der Hängematte mit einem Buch zu liegen und alles ist wieder in Ordnung. Da würde ich jederzeit wieder hin zurück.
Wenn wir gerade bei Büchern sind, welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?
Gar keins. Dafür habe ich momentan gar keine Zeit. Das geht wirklich nur im Urlaub in der Hängematte.
Wenn Du für einen Tag deinen Schreibtisch wechseln könntest, mit welchem Spreader würdest Du tauschen wollen?
Mit niemandem, nicht mal für viel Geld. Jeder hat seine Präferenzen in seiner Berufswahl und genau hier sind meine. Ich habe Spaß daran mit Menschen und Technik zusammenzuarbeiten und möchte nicht nur am Schreibtisch sitzen. Dadurch, dass mein Büro direkt an der Produktion ist, bin ich immer überall dabei und kann viel effektiver arbeiten. Ich brauche den persönlichen Kontakt bei der Zusammenarbeit. Und das hab ich hier in meinem Job gefunden.
Okay, letzte Frage: Über den nächsten Spreader, der seine Geheimnisse lüften darf, wollen wir hier im Blog abstimmen. Welche drei Abteilungen schlägst du vor?
- Das ist zum einen das Apparel Team. Das ist zwar nur eine sehr kleine Abteilung, trotzdem sind sie dafür aber umso wichtiger, weil sie im Endeffekt die Produkte auswählen, die unsere Kunden kaufen können.
- Dann das Großbestellungen Team, weil wahrscheinlich kaum einer weiß, wer das ist und was dort wirklich passiert.
- Und zu guter Letzt das Controlling, die all die vielen Zaheln so wunderbar übersichtlich für uns zusammen stellen.
Ihr habt es gehört. Jürgen hat seine drei Wünsche abgegeben. Kommentiert und sagt uns, wer als nächstes von seiner Arbeit bei Spreadshirt und aus seinem Leben berichten soll.



Ich fände es interessant wie Großbestellungen abgewickelt werden und was für Menschen da arbeiten =O)
Sehr guter Musikgeschmack, Jürgen 🙂