100 Jahre & kein bisschen weise – der Hoodie!

100 Jahre & kein bisschen weise – der Hoodie!

Vor hundert Jahren wurde der erste in Massen produzierte Kapuzenpullover hergestellt. Wir finden, das ist ein Grund zum Feiern, und sagen Euch, was den Kuschelcharakter des Hoodies ausmacht!

Der unschuldige Anfang

1919 stellte die Knickerbocker Knitting Company in Rochester, New York, die ersten kommerziellen Kapuzenpullover her. Der Hoodie war eine völlig harmlose, aber geniale Erfindung. Er hatte die schweißabsorbierenden und wärmenden Eigenschaften eines Sweatshirts, bot mit Kapuze und Kordelzug aber zusätzlich Schutz vor Wind und Wetter. Kein Wunder, dass der Hoodie bei Athleten und American-Football-Spielern sofort zum Hit wurde.

Boxer mit Hoodie
Sportler aller Disziplinen lieben den Hoodie.

Aber auch Gymnasiasten in den Staaten fanden bald Gefallen an dem neuen Kleidungsstück. Jede Highschool, die etwas auf sich hielt, bot ihren Schülern personalisierte Sportartikel mit dem Namen der Schule an. Der Hoodie fungierte als cooler Identitätsträger für Schule und Schüler. Bald schon folgten die Universitäten und brachten bedruckte Hoodies zu weltweitem Ruhm.

Der Hoodie wird straßentauglich

Mitte der 1970er Jahre waren es Straßenkünstler und Graffiti-Kids, bei denen die Kapuze des Hoodies quasi als Tarnkleidung fungierte, wenn sie nachts mit der Sprühdose unterwegs waren. Um 1980 gab es in New York keine U-Bahn-Station, die nicht vom Graffiti eines Sprühers mit Kapuzenpulli verziert worden war. Das war auch die Zeit, in der die erste Musik-Subkultur den Hoodie für sich entdeckte. Zuerst waren es Breakdance-Künstler, die mit der Graffitiszene verbunden waren. In den 80er Jahren sah man MCs und DJs mit Hoodies rappen und auflegen – mit coolen Designs drauf natürlich. 

Frau trägt freshen Hoodie
Hoodie mit individuellem Print statt fetter Kette? Auch in der Hip-Hop-Kultur spielt der Hoodie eine wichtige Rolle.

Der Hoodie und sein soziales Stigma

In Nordamerika werden vor allem junge Männer ethnischer Minderheiten mit Kapuzenpullovern und Kriminalität in Verbindung gebracht. Dieses Vorurteil führte in mehreren Fällen zu unbegründeter polizeilicher Gewalt gegen Jugendliche. Anscheinend schienen sie alleine durch das Tragen eines Kapuzenpullis verdächtig genug…

Darüber hinaus haben viele Jugendkulturbewegungen am Rande des Mainstreams – von Punk über Hip-Hop und Skatekultur bis hin zu Heavy-Metal – den Hoodie als zentralen Bestandteil ihres Looks übernommen. Das verleiht dem Kapuzenpullover seine emblematische und manchmal zwielichtige Kraft. Als Mainstream-Kleidungsstück großer Sportmarken ist der Hoodie trotzdem seit der ersten Folge der Rocky-Filme nicht mehr wegzudenken. Wer Rocky I gesehen hat, wird sich noch gut an den die Steintreppe in Philadelphia herauflaufenden Rocky Balboa erinnern! Der leicht zwielichtige Ruf des Hoodie ist geblieben, trotz aller Sportlichkeit und Kuscheligkeit.

Personalisierte Kapuzenpullover heute

Hoodies zum Selbstgestalten haben sich heute als beliebtes Ausdrucksmittel für Gruppen und Bewegungen aller Art etabliert. Gangsta-Rapper und Metal-Freaks nutzen ihn als Mittel der Rebellion gegen das System, Schulen und Sportvereine als Symbol der Zusammengehörigkeit. Wahrscheinlich ist das die beste Eigenschaft des Kapuzenpullis: Er vereint seine Träger durch seinen urbanen Stil und überwindet dabei die Grenzen sozialer Gefüge.

Schüler tragen Abi-Pullis
Auch Abi-Shirts oder Pullis sind heute ein Klassiker.

 

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