Zwischen Gauck und der unendlichen Geschichte Wulff: T-Shirts als Fenster in die Welt

Es ist nicht passiert, bis es auf einem T-Shirt landet

Leipzig, 22. Februar 2012: T-Shirts sind Meinungsträger. Sie haben eine besondere Stellung, denn  sie sind verbindlich und personenbezogen. Offensive Claims, die einen politischen oder sozialen Missstand beklagen, prägen zunehmend die T-Shirt-Landschaft.  Das Angebot auf der T-Shirt-Plattform Spreadshirt liest sich daher wie eine Tageszeitung aus Bildern und Headlines. Im virtuellen Politik- und Wirtschaftsressort  heißt es aktuell:Yes, we Gauck“, „Who let the Wulff out?“, „Gib ACTA keine Chance“ , „S21 – besser untendurch als zurückgeblieben“,  „Banken in Not kosten die Butter vom Brot“, „Atomkraft – Und wie erklärst du es deinen Enkeln?und weil das Thema nie müde wird auchLieber Gutt kopieren als schlecht zitieren“.

Als verlängerter Arm der politischen Stellungnahme haben T-Shirts bereits Tradition. 1952 unterstützen Shirts mit der Aufschrift „I like Ike“ die Präsidentschaftskandidatur von Dwight E. Eisenhower. In den 60ern folgen zahlreiche Anti-Kriegs-Slogans, im Zuge der Proteste gegen den Vietnam-Krieg. Nicht zuletzt  prägen die „I  heart NY“-Shirts vor allem nach den Anschlägen am 11. September das New Yorker Stadtbild.

Wenn T-Shirts Politik machen, werden sie zum Gesicht urbaner Subkulturen. Während die Teilnahme im Internet vornehmlich unter dem Deckmantel der Anonymität stattfindet, verweist die plakativ bedruckte T-Shirt-Fläche unvermittelt auf ihren Träger. Direkt unter dem Kopf platziert, bietet sie aber gleichzeitig – anders als im Internet –auch die Möglichkeit für Kritik auf Augenhöhe. Wem es deshalb zu heikel ist, zu konkreten Themen Stellung zu beziehen, der macht es ganz typisch deutsch und proklamiert auf seinem T-Shirt nur allgemein: Dagegen!“.

Es ist nicht passiert, bis es auf einem T-Shirt landet

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