Die Vorwahl der anderen – Spreadshirt spendet Datenschützern

Leipzig, Berlin, 16. Juli 2007: Designer Dirk Adler (Dataloo) und Spreadshirt überzeugen mit einer neuen Version des 2.0 Konzeptes: nach Web 2.0, Kommunikette 2.0, Ecuador-Deutschland 2:0 krönt jetzt das Datenschützer-Hemd „Stasi 2.0“ die Evolution der ganzen Zahlen. Abschirmherr Wolfgang Schäuble kam als Objekt der Satire um eine Einwilligung ganz herum. Mit einem Teil des Verkaufserlöses, genauer 11.340 Euro, unterstützen Adler und Spreadshirt jetzt den „Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung“ – eine Initiative, die der zum ersten Januar 2008 drohenden Aufzeichnung von Telekommunikationsdaten Einhalt gebieten möchte.

Das „Stasi 2.0“ Motiv hat eine bewegte Geschichte. Adler, Initiator der Aktion „Überwach!“, wollte mit dem Motiv auf die Gefahren durch staatliche Kontrolle aufmerksam machen – und zwar in möglichst drastischer Weise. Etwas zu drastisch, befand die Spreadshirt Rechtsabteilung, die das Motiv zunächst ablehnte. Doch Spreadshirt-Gründer und CEO Lukasz Gadowski setzte sich nachhaltig für den Druck ein: „Ich respektiere Schäuble und habe Verständis für die sensible Sicherheitslage. Aber mit Satire müssen Politiker einfach rechnen.“ Ganz unabhängig vom Missbrauchspotenzial seien die Schäuble-Pläne außerdem ineffektiv und wirtschaftlich wenig effizient. Ergebnis: das Shirt wurde nicht nur gedruckt und verkauft, sondern auch mit einer Spende von 5 Euro pro Verkauf verknüpft. Ergänzt wurde der Spreadshirt-Beitrag durch eine weitere optionale Spende seitens der Kunden, die sie über einen variablen Kaufpreis festlegten.

Rezzo Schlauch, Spreadshirt Aufsichtsratsvorsitzender, gratuliert CEO Gadoswki zu seiner Entscheidung, das Motiv drucken zu lassen: „Sie haben wohl daran getan. Gegen Schäuble 2.0 war Orwells „1984″ ein Sandkastenspiel. Die Amerikanisierung der inneren Sicherheitspolitik sollten wir mit allen Mitteln verhindern.“ Bei Spreadshirt indes freut man sich, dass T-Shirts auch als politische Medien funktionieren – Andreas Milles von der Kommunikationsabteilung: „Das Motiv ist nah dran an der Stimmung in Blogs und der Datenschutzbewegung. Daher hoffe ich, dass Stasi 2.0 auch in einer breiteren Öffentlichkeit ankommt und hilft, das Thema dahinter zu transportieren.“

Aufklärung ist auch für die Datenschützer das wichtigste Ziel: „Viele wissen gar nicht, was da auf sie zukommt, „so Sprecher Remmert-Fontes. „Das wollen wir ändern. Mit Demos, Informationen, Aktionen. Auch arbeiten wir an einer europaweiten Vernetzung der Datenschützer untereinander.“

Auch nach dem Ende der Spenden-Aktion ist das Stasi 2.0-Shirt im Dataloo T-Shirt-Shop und auf dem Spreadshirt Marktplatz erhältlich.

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