„Finga weg vo meim Madl“

Top 5 Verhaltensregeln für die Wiesn 2012

Leipzig, 28. August 2012: In wenigen Wochen heißt es wieder „o’zapft is“ und das größte Volksfest der Welt beginnt. Nicht-bayrische Wiesn Besucher erleben hier regelmäßig einen kräftigen Kulturschock. Geht es um ihre Traditionen kennen die Bayern keinen Spaß. Damit die geplante Wiesn-Gaudi nicht in einem Wiesn-Debakel endet, hat Spreadshirt die größten Fettnäpfchen für die Zuagroasten’ aufgespürt:

    [nggallery id=37]

  1. Die elementarste Frage zuerst: Tracht oder nicht Tracht? Das klassische Dirndl birgt so einige Tücken. Da fängt es schon bei der Schleife an: Ist diese links gebunden, ist die Dirndlträgerin noch zu haben. Rechts bedeutet vergeben. Wer jetzt überlegt von welcher Schleife da die Rede ist, sollte vielleicht auf ein Dirndl T-Shirt umsteigen. Zweiter Vorteil des T-Shirts: die teure Reinigung danach fällt weg. Im Bierzelt-Gschweal geht schnell was daneben, und ohne die ständige Sorge um das teure Dirndl schmeckt d’ Hendl unds’ Bia glei fui besser.
  2. In München gelandet, lauert auch schon der nächste Eklat noch bevor die Theresienwiese überhaupt in Sicht ist. Niemals, aber auch niemals auf die Frage, wo’s hi ged, antworten „zu der Wiese“ oder „zum Oktoberfest“, sondern „auf d‘ Wiesn“.
  3. Im Festzelt einen Platz ergattert, ist es höchste Zeit für die erste Maß. Um Kommunikationsprobleme mit der Bedienung zu vermeiden, werden Höflichkeitsfloskeln weggelassen und übrig bleibt „No a Maß“. Echte Bayern behaupten es funktioniere auch ganz ohne Worte. Der gehobene Daumen soll Zeichen genug sein.
  4. Als Breznsoiza (bayrisch für Weichei) zeigt sich, wer seinen Maßkrug mit zwei Händen anhebt, und welcher gestandene Mann will das schon. (Ausgenommen sind Frauen unter 1,65 m mit einem Körpergewicht unter 55 Kilo.) Selbige Regel gilt übrigens auch für das Trinken einer Radl Maß.
  5. Für viele ist die Wiesn eine riesige Kontaktbörse. Gerade wenn das Festzelt reich gefüllt ist, lassen sich neue Bekanntschaften schnell schließen. Aber Achtung! Wer mit am Hiesigen obandl mog, sollte sich auf einiges gefasst machen. Fragen wie „Mogst fegln?“ oder „Wuist mei geschlamperts Verhältnis sei?“ sind in Bayern nicht unverschämt, sondern entsprechen der direkten Art der Bayern. Eine erfreuliche Nachricht für die männlichen Wiesnbesucher zum Schluss: Die Aufforderung „Kimmst aufd’ Nacht“ erfordert heute nicht mehr mit einer Leiter durch München zu laufen und am Fenster der Angebeteten zu klopfen, sondern darf ganz pragmatisch verstanden werden.

Schreibe einen Kommentar