Stilvoll scheitern: Komplimente machen

Stilvoll scheitern: Komplimente machen

Passend zum Welttag des Kompliments am 1. März 2021 widmen wir uns in der Serie „Stilvoll scheitern“ heute dem heiklen Thema Komplimente. Schön, dass Du dabei bist!

Ach, Komplimente. Meistens gut gemeint bieten sie auch 2021 ein fast unerschöpfliches Fettnapfpotenzial. Ob zu anzüglich, zu unheimlich oder zu offensichtlich – der Pool unangenehmer Situationen füllt sich unaufhörlich. Zeit, sich die größten Fehlschläge anzusehen und bestenfalls aus ihnen zu lernen.

Der Flirt-Fehlschlag

Endlich triffst Du die Person, die Du auf der Dating-App Deines Vertrauens gefunden hast, im echten Leben. Amors Pfeil sitzt, Du bist sofort angezündet. Schnell möchtest Du Deinem Date etwas sehr, sehr Nettes sagen. Moment! Bevor Du Dein Gegenüber mit liebevollen Worten überschüttest, geh diese innere Checkliste durch: Bist Du sicher, dass die Person sich über dieses Kompliment freuen wird? Ist ein Kennenlernspaziergang der richtige Moment für dieses Kompliment? Ist Dein Kompliment überhaupt glaubwürdig, wenn Ihr Euch kaum einen Tag kennt? Die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Worte das Date zum Platzen bringen, ist sehr hoch. Ein guter Rat – heb Dir Dein Kompliment unbedingt für später auf!

Der zweideutige Fehlschlag

Wem ist es nicht schon passiert? Du haust ein (vermeintliches) Kompliment raus und merkst schon beim Sprechen, dass das nach hinten losgeht. Oder vielleicht ist es erst die fassungslose Reaktion Deines Gegenübers, sobald Du sagst „Schön siehst Du aus! Hast Du abgenommen?“, die Dich ins Zweifeln bringt. Ganz ehrlich: Du hast gerade einfach gesagt, dass die Person vorher mit mehr Gewicht ziemlich unattraktiv gewesen ist. Ähnlich daneben liegst Du mit Komplimenten zu Frisuren, zum Kleidungsstil und überhaupt zu allen Äußerlichkeiten. Untertitel ist hier immer: Vorher sahst du gar nicht mal so gut aus. Im schlimmsten Falle denkt Dein Gegenüber, dass Du ihm mit Deinem „Kompliment“ ordentlich eine mitgeben wolltest. Also lass es!

Der hoffnungslose Fehlschlag

Eine der schlimmsten Situationen für ein Kompliment: Du machst es nur, um die Situation zu retten. Also kommst Du mit Worten um die Ecke, die vor allem unehrlich klingen. Bevor Du solch ein Kompliment machen willst, frag Dich: Warum willst Du das gerade tun? Falls Du nur gemocht werden willst oder etwas sagen wirst, was Du gar nicht meinst, beiß Dir lieber auf die Zunge. Ehrlichkeit ist immer der beste Ratgeber. Nur so findest Du Freund*innen und verbesserst schon bestehende Beziehungen.

Der gemischte Fehlschlag

Ähnlich wie unter Punkt 1 (dem Flirt-Fehlschlag) bist Du besser beraten, wenn Du die Finger von zu persönlichen Komplimenten lässt. Warum auch immer Du einer Person Komplimente bezüglich ihrer Augen und ihres Körpers machen möchtest – überleg bitte zweimal. Erstens willst Du nicht so klingen, als ob Du Dein Gegenüber angraben möchtest. Zweitens soll es auch nicht so klingen, als ob Du die Person nur auf ihr „schönes blondes Haar“ oder ihre beeindruckenden Bauchmuskeln reduzierst. Persönliche Komplimente hebst Du Dir am besten für Menschen auf, die Du gut kennst. Und von denen Du weißt, dass sie sie nicht falsch verstehen.

Der außergewöhnliche Fehlschlag

Hast Du schon einmal ein Kompliment bekommen, das Dich sprachlos zurückgelassen hat? Dann weißt Du, worum es in diesem Punkt geht. „Dein Vater muss ein Dieb sein. Denn er hat die Sterne vom Himmel gestohlen und in Deine Augen gelegt.“ Puh! Auch wenn Deine Gefühle mit Dir durchgehen und Du Dich gerade sehr poetisch fühlst: Schalte lieber mehrere Gänge zurück.

Der fordernde Fehlschlag

Manche Menschen machen nur Komplimente, um Komplimente zurückzubekommen. Du auch? Sobald Dein Gegenüber bemerkt, was Du mit Deinem Kompliment bezweckst, ist die Sache auch schon verloren. Denn Du kannst Menschen durchaus ein gutes Gefühl geben, ohne ihnen falsche Komplimente zu machen. Also – bevor Du es auf die harte Tour lernen musst – sei einfach offen und ehrlich. Das bringt Dich um Längen weiter.

Der unangenehmste Fehlschlag von allen

Den haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben! Hast Du je Stromberg gesehen? Dann weißt Du ungefähr, was wir meinen. Auch im britischen Original „The Office“ wurden ordentlich „Komplimente“ an Fremde verteilt, die unangenehmer nicht hätten sein können. Meistens ging es dabei um vollkommen unangemessene Flirtversuche. Wenn zum Beispiel der Typ mittleren Alters der neuen Praktikantin ein „Kompliment“ zu ihrem Dekolleté macht. Oder er versucht, die Situation zu retten, indem er die Herkunft eines Mitarbeiters scheinbar wohlwollend kommentiert. Gruselig!

An dieser Stelle noch ein letzter Ratschlag. Wir alle mögen ein Kompliment im richtigen Moment mit den richtigen Worten. Sagen wir mal, Du hast einen Menschen wirklich gern und Du denkst, er sollte das auch wissen. Leider bist Du ein bisschen schüchtern. Erzähl einfach einer*m gemeinsamen Bekannten davon und Du kannst sicher sein, dass Deine Worte bei der betreffenden Person ankommen. So klingt es nicht unangebracht und übergriffig, sondern wahrscheinlich mehr nach „Weißt Du, was Sarah mir letzten Mittwoch erzählt hat? Sie bewundert Dein Modebewusstsein und Deine Stilsicherheit.“ Na, wie hört sich das an?

Welche Komplimente lassen Dir das Blut in den Adern gefrieren? Oder hast auch Du schon einen kompletten Komplimente-Fail erlebt? Wir können es kaum erwarten, in den Kommentaren davon zu lesen!

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