Menü

“Am allerliebsten hätten wir für jedes Release ein passendes Shirt zum Download”

Die Macher des Netlabels “Trackdonald´s” und des dazugehörigen RinsR-Spreadshops im Interview

RinsR

Moritz “Mo.” Sauer stellte Ende letzten Jahres im ersten Teil seines “Geld verdienen mit Musik“-Schwerpunkts auf phlow.net fest, dass es für “Netlabels” – laut Wikipedia

selbstorganisierte, nicht kommerzielle Do-It-Yourself-Projekte von Musikern und Musikliebhabern, die in aufbereiteter Form in einem Labelkontext ihre oder die von Freunden produzierte Musik über das Internet zur Verfügung stellen –

eigentlich nur zwei Möglichkeiten gibt, Geld zu verdienen: den Verkauf von digitalen Musikdateien und Werbung.

Da wollen wir Einspruch einlegen und haben uns “Trackdonald´s” rausgesucht, um zu zeigen, dass die organisierte Musikvermarktung im Netz nicht im Netz aufhören muss, sondern mitunter auch im Kleiderschrank weitergehen kann.

Wer hinter Trackdonald´s steckt, wie Trackdonald´s Spreadshirt als zusätzliche Einnahmequelle nutzt und wie sich die Musik anhört, die auf Trackdonald´s erscheint, erfahrt Ihr nach dem Click.

RinsR

Wer sind bzw. was ist Trackdonald´s?

Kuttin Edge: Trackdonalds.com ist ein Label für electronic music bzw. Dubstep, Drum&Bass und Electronica. Das Label wurde 2005 von Sascha “Beatkonexion” und Alex “Kuttin Edge” gegründet.

Beatkonexion: Die Idee für ein Label als Ableger der Partyreihe “Solid Soul” entstand schon vor einigen Jahren, bis wir im Januar 2007 offiziell mit Trackdonald´s an den Start gegangen sind. Momentan gibt’s die Musik erstmal ausschließlich in digitaler Form.

Was macht ihr zwei bei/für Trackdonald´s (wenn ihr nicht gerade gefakete Zeitschriftencover von euch zusammenbaut)?

Kuttin Edge: Wir teilen uns den Aufwand brüderlich. Von Art bis A&R, von Provider ärgern bis Kaffee kochen.

Beatkonexion: Die Aufgabenverteilung ist nicht wirklich eindeutig festgelegt. Größtenteils aber kümmert sich Alex um neue Künstler und ich mich um‘s Office und das Studio.

Ok, Trackdonald´s gibt´s also seit ziemlich genau einem Jahr – was habt ihr davor gemacht?

Kuttin Edge: Wir sind beide Vollblut-Musikliebhaber, Sascha als Producer und Sound Engineer, ich als DJ und Radio Host. Darüber hinaus sind wir tagsüber Designer und arbeiten seit einigen Jahren im Internetbereich.

Beatkonexion: Wir haben beide unsere Wurzeln in der Frankfurter Drum&Bass-Szene. In Clubs wie dem XS haben wir unsere Leidenschaft für diese Musik entdeckt. Ich kam dann schnell zum Produzieren und habe das ganze 2003 zu meinem Beruf gemacht.

Nun also das Netlabel, welches in Frankfurt stationiert ist. Breitschultrige Rapper nennen diese Stadt ja gerne auch mal “Krankfurt”. Könnt ihr das nachvollziehen und warum habt ihr FFM als Standort gewählt?

Kuttin Edge: Unsere Wahlheimat an der südfranzösischen Küste ist leider überschwemmt worden.

Beatkonexion: Den Wein konnten wir aber retten.

Kuttin Edge: Mittlerweile hat es mich nach Hamburg verschlagen.

Beatkonexion: … wo ich ganz in der Nähe aufgewachsen bin. In Frankfurt fühle ich mich mittlerweile sehr wohl. Wenn der Main nicht wäre, sähe das schon wieder anders aus. Ein bißchen Waterkant muß schon sein!

Trackdonalds

Zu trackdonalds.com: Euer Netlabel scheint der grafischen Komponente von Musik eine sehr große Rolle zuzuschreiben. Der Webshop bemüht sich, durch detailverliebte Flash-Animationen eine Platten-Einkaufsatmosphäre zu schaffen, die der reellen ähnelt, ihr entwerft Cover für jeden einzelnen Release, macht z. T. sogar animierte Videos zu den Tracks. Warum gebt Ihr Euch so viel Mühe bei der visuellen Kommunikation Eurer Produkte?

Kuttin Edge: Musik und Design gehören zusammen. Niemand verzichtet gern auf ein duftes Cover beim Plattenkauf oder? In der Online-Welt wird das oft gestrichen, aber wir wollten nicht nur Textlinks in Standardschriftarten verkaufen.

Beatkonexion: Und wie sagt man so schön: “Das Auge ißt mit”. Wir wollten unsere Releases auch optisch einfach ansprechend verpacken.

Und T-Shirts macht ihr auch – warum?

Kuttin Edge: Wir haben seit mehreren Jahren Hausverbot bei Kik.

Beatkonexion: Seit dem machen wir unsere Klamotten selbst.

RinsR7

Bisher gibt es ja hauptsächlich Logo- und Slogan- und nur vereinzelt Künstler-Tees in Eurem Spreadshirt-Shop. Ist es geplant, evtl. auch für die restlichen Trackdonald´s-Künstler “Mechandise” anzubieten?

Kuttin Edge: Am allerliebsten hätten wir für jedes Release ein passendes Shirt zum Download.

Beatkonexion: hmmpff …

Auf einer Eurer Myspace-Seiten habt Ihr einen Banner, auf dem “Psst – es gibt auch Shirts” steht, auf Eurer eigentlichen Website weist lediglich ein Spreadshirt-Logo auf euer Klamottenangebot rinsr.com hin. Warum versteckt ihr die schönen Sachen so?

Kuttin Edge: Hoppla.

Beatkonexion: It wasn’t me …

Kuttin Edge: 2008 wird das alles ganz, ganz anders!

Wenn sich einer Eurer Releases 500mal online verkauft, wird er auch auf Vinyl gepresst. Ist für Shirts etwas ähnliches geplant – nach dem Motto: “wenn wir 50 bei Spreadshirt verkaufen, lassen wir das Design siebdrucken”?

Kuttin Edge: Wenn es dann noch Siebdruck gibt.

Soweit. Danke für das Interview.

Mehr Informationen zu Trackdonald´s bzw. Kuttin Edge und Beatkonexion gibt´s auf diesen Seiten:

P.S. Audios reich ich die Tage noch nach, brauch noch´n entsprechendes Plugin, damit man die hier schön integrieren kann.

[audio:http://www.lalewis.biz/stuff/electronic_rtz23_ep_trackdonalds.mp3]
Electronic – RTZ23

[audio:http://www.lalewis.biz/stuff/dubstep_rakoon_trackdonalds.mp3]
Dubstep – Racoon

[audio:http://www.lalewis.biz/stuff/dnb_icr_trackdonalds.mp3]
D´n´B – ICR

Teile diesen Beitrag

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: » wenn es dann noch siebdruck gibt » screenshine – d/log

  2. Cooles Projekt, den Gedanken hatte ich auch schon mal, mir wenn einen die richtigen Leute bzw Kontakte fehlen verläuft es dann irgendwann im nichts..hab selber T-Shirts gemacht, aber irgendwann war es schwierig damit noch zu überleben. Denn das Preisniveau wurde von den großen online Plattform, ohne Namen zu nennen, echt versaut.

    • Was spricht dagegen es noch mal zu versuchen. Es hat sich seit der Veröffentlichung dieses Beitrages viel verändert 🙂

Schreibe einen Kommentar